Esprit, einst eine der bekanntesten Modeketten in Deutschland, zieht sich komplett aus dem deutschen Markt zurück. Nach der Insolvenz im Mai und einer monatelangen Suche nach einem Käufer ist es nun offiziell: Alle Filialen in Deutschland werden bis zum Jahresende geschlossen. Rund 1.300 Mitarbeiter verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze, und die Marke, die in den 80er- und 90er-Jahren in jeder Innenstadt präsent war, verabschiedet sich aus den deutschen Fußgängerzonen.
Insolvenz mit Folgen: Was bleibt von Esprit?
Während die Marke Esprit als solche weiterleben soll, bleibt von den 56 verbleibenden Läden in Deutschland nicht viel übrig. Ein britischer Investor, Alteri Partners, hat die europäischen Rechte an der Marke Esprit erworben. Doch der Geschäftsbetrieb, vor allem in der Zentrale in Ratingen bei Düsseldorf, wird eingestellt. Das bedeutet, dass die Marke Esprit zwar weiter existieren könnte, aber die konkreten Pläne zur Zukunft der Produkte in Deutschland sind bisher unklar. Ob die Kleidung künftig nur noch online, in anderen Einzelhandelsketten oder möglicherweise als nostalgisches Revival-Label verkauft wird, bleibt abzuwarten.
Das Ende kommt nicht überraschend
Dass es soweit kommen würde, war schon seit einiger Zeit absehbar. Viele Franchisenehmer hatten sich bereits zuvor zurückgezogen, und ein umfassender Käufer für das gesamte Unternehmen fand sich nicht. Ein Alternativplan, der die Fortführung von etwa zehn Filialen vorsah, hätte nur einen Bruchteil der Mitarbeiter beschäftigt und wurde daher verworfen. Esprit durchlief bereits 2020 ein Insolvenzverfahren, bei dem rund ein Drittel der Belegschaft entlassen und 100 Filialen, darunter 50 in Deutschland, geschlossen wurden.
Deutschland: Ein wichtiger Markt wird aufgegeben
Besonders bitter ist das Aus für Esprit in Deutschland, dem wichtigsten Markt des Unternehmens. Während die Geschäfte in anderen Ländern weiterlaufen und von der Insolvenz nicht betroffen sind, trifft das Ende der Filialen in Deutschland viele hart. Esprit Europe GmbH, die Obergesellschaft für den europäischen Markt, hatte noch im Mai einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Auch damals gab es Gespräche mit einem Investor, doch dieser zeigte letztlich kein Interesse am Fortführen des operativen Geschäfts.
Was bleibt? Eine Marke, die noch Hoffnung hat
Obwohl die Läden schließen, soll Esprit als Marke weiter bestehen. Alteri Partners, der neue Eigentümer der europäischen Rechte, hat sicherlich Pläne, das Label wieder zum Leben zu erwecken. Esprit-Produkte könnten weiterhin hergestellt und verkauft werden, aber in welcher Form und wo, bleibt derzeit offen.
Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge
Esprit verabschiedet sich aus den deutschen Innenstädten, doch die Marke könnte wiederkehren – vielleicht in einer neuen, modernen Form. Für die Mitarbeiter und die treuen Kunden bleibt es jedoch ein trauriger Abschied. Esprit, das einst so eng mit dem deutschen Modemarkt verbunden war, hinterlässt eine Lücke, die nicht so leicht gefüllt werden wird. Aber wie es in der Mode so oft ist: Was heute aus der Mode kommt, kann morgen schon wieder der neueste Trend sein. Esprit könnte also ein Comeback feiern – nur eben nicht in der alten Form, sondern vielleicht als ein Relikt, das auf neue Art und Weise wiederbelebt wird.
