Berlin-Spandau, Bahnhof, Dienstagabend: Ein spannender Moment für die Polizei, als ein Hinweis aus der Bevölkerung zu einer Festnahme führte. Das Ziel? Ein vermeintlicher Ex-RAF-Terrorist, auf der Flucht seit Jahren. Doch die Ernüchterung folgte schnell: Der festgenommene Mann war nicht der Gesuchte, sondern ein Unbeteiligter. Am Ende stand ein klassischer Fehlalarm – aber einer, der zeigt, wie wachsam die Bevölkerung und Behörden nach wie vor sind.
Hintergrund: Die Fahndung nach Staub und Garweg
Die Fahndung nach den untergetauchten ehemaligen RAF-Terroristen Burghard Garweg und Ernst-Volker Staub läuft seit Jahren auf Hochtouren. Beide sollen zwischen 1996 und 2016 bewaffnete Raubüberfälle begangen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Zusammen mit Daniela Klette, die bereits im Februar dieses Jahres in Berlin-Kreuzberg festgenommen wurde, gehörten sie der sogenannten dritten Generation der RAF an. Die Rote Armee Fraktion, die in Deutschland mehr als 30 Menschenleben auf dem Gewissen hat, erklärte sich 1998 offiziell für aufgelöst. Doch ihre letzten Mitglieder hielten die Fahndungsbehörden weiter in Atem.
Der Einsatz in Berlin-Spandau
Am Dienstagabend, etwa gegen 21 Uhr, wurde die Polizei durch einen Hinweis aus der Bevölkerung alarmiert. Der Anrufer glaubte, Ernst-Volker Staub in einem ICE erkannt zu haben. Die Polizei und die Bundespolizei reagierten prompt und führten die Festnahme durch. Doch wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem festgenommenen Mann nicht um Staub oder Garweg. Nach einem DNA-Abgleich wurde der Mann freigelassen. Die Polizei teilte mit, dass er kein gesuchter Ex-RAF-Terrorist sei und keine weiteren Details bekanntgegeben würden – wohl auch, um die Privatsphäre des Unschuldigen zu schützen.
Mehrfach Fehlalarme
Die Festnahme in Spandau ist nicht der erste Fehlalarm in der anhaltenden Fahndung nach den Ex-Terroristen. Bereits im Juli gab es in Berlin einen größeren Polizeieinsatz, nachdem Zeugen glaubten, Staub auf einem Passagierschiff auf der Spree erkannt zu haben. Auch damals stellte sich der Verdacht als unbegründet heraus.
Wachsamkeit bleibt gefragt
Auch wenn die jüngsten Festnahmen keine Erfolge in der Fahndung gegen Staub und Garweg brachten, so zeigt der Vorfall doch, dass die Bevölkerung und Sicherheitsbehörden weiterhin wachsam sind. Die Fahndung nach den beiden Ex-Terroristen geht weiter, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der nächste Hinweis als Treffer erweist – oder auch nicht. Wer sich jetzt fragt, warum das Ganze so lange dauert: Manchmal ist es eben wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch eines ist klar: Die Justiz gibt nicht auf, auch wenn der Weg zur Gerechtigkeit manchmal steinig ist.
Fazit: Fehlalarm – aber mit guter Absicht
Der Vorfall in Spandau zeigt, dass auch ein Fehlalarm Teil der wichtigen Arbeit der Polizei ist. Die unermüdliche Fahndung nach ehemaligen RAF-Terroristen beweist, dass die Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist. Solange die beiden Gesuchten nicht gefasst sind, bleibt die Wachsamkeit der Bevölkerung gefragt – auch wenn sich der eine oder andere Hinweis als falsch herausstellt. Lieber ein paar Fehlalarme als ein entgangener Erfolg.
