Am vergangenen Samstag kam es in Berlin zu einem erschreckenden Vorfall, der die Bedrohung unserer demokratischen Werte durch rechtsextreme Gewalt deutlich macht. Im Stadtteil Lichterfelde griffen mutmaßliche Rechtsradikale einen Wahlkampfstand der SPD an. Ein Parteimitglied wurde bei der brutalen Attacke schwer verletzt, während fünf der Angreifer festgenommen werden konnten.
Gewalt auf dem Kranoldplatz: Was ist geschehen?
Der Angriff ereignete sich am Kranoldplatz in der Nähe des Bahnhofs Lichterfelde-Ost. Laut Angaben der Polizei begann der Vorfall mit verbalen Streitigkeiten, die in physischer Gewalt eskalierten. Ein Mitglied der SPD wurde zu Boden geworfen und mehrfach in Gesicht und Bauch getreten. Die Verletzungen waren so schwer, dass die Person im Krankenhaus behandelt werden musste.
Die Angreifer, die aus einem anderen Bundesland angereist waren, befanden sich laut Polizei auf dem Weg zu einem rechten Aufmarsch in den Berliner Stadtteilen Friedrichshain und Lichtenberg.
Reaktion der SPD: Ein entschlossener Aufruf zur Demokratie
Die SPD Steglitz-Zehlendorf zeigte sich auf ihrer Instagram-Seite tief erschüttert. Carolyn Macmillan, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, erklärte:
„Wir Demokratinnen und Demokraten müssen jetzt zusammenstehen, denn wir dürfen unseren Platz in Lichterfelde-Ost nicht den Nazis überlassen.“
Ruppert Stüwe, Kreisvorsitzender der SPD, bezeichnete den Vorfall als Auftakt eines Wahlkampfes, der von rechtsextremer Gewalt überschattet werde.
Ein breiter Widerstand gegen Rechts
Während sich der Angriff in Lichterfelde ereignete, demonstrierten in Friedrichshain rund 3.000 Menschen gegen einen Aufmarsch einer rechtsradikalen Gruppe. Die Gegendemonstration zeigte eindrucksvoll, dass Berlin ein starkes Signal gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte setzt. Auf der Seite der Rechtsextremen selbst versammelten sich lediglich einige Dutzend Demonstranten.
SPD-Generalsekretär: Rechtsextremismus bedroht unsere Gesellschaft
Matthias Miersch, Generalsekretär der SPD, verurteilte den Angriff aufs Schärfste:
„Das ist ein Angriff auf unsere Demokratie und auf all jene, die sich für ein solidarisches und offenes Deutschland einsetzen.“
Miersch betonte, dass diese Gewalttaten erneut die Gefahr des Rechtsextremismus für unsere Gesellschaft verdeutlichen. Er dankte der Polizei für ihr schnelles Eingreifen und stellte klar: Einschüchtern lassen sich die Demokratinnen und Demokraten nicht.
Ein Angriff auf uns alle
Der Angriff in Lichterfelde ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines tief verwurzelten Problems. Rechtsextreme Gewalt richtet sich nicht nur gegen Einzelpersonen oder Parteien – sie bedroht die gesamte demokratische Gesellschaft. Solche Vorfälle machen klar, wie wichtig ein entschlossener Kampf gegen Faschismus, Rechtsextremismus und jegliche Form von Intoleranz ist.
Demokratie bedeutet Vielfalt, Solidarität und Offenheit. Sie darf weder an Wahlkampfständen noch anderswo den Feinden der Freiheit weichen.
