Frontex meldet signifikanten Rückgang irregulärer Einreisen in die EU für 2024

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat für das Jahr 2024 einen bemerkenswerten Rückgang irregulärer Einreisen in die Europäische Union verzeichnet. Mit rund 239.000 unerlaubten Grenzübertritten sank die Zahl um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2021.

Hauptgründe für den Rückgang

Der Rückgang lässt sich primär auf zwei Faktoren zurückführen:

  1. Verstärkte Kooperation mit nordafrikanischen Staaten: Das 2023 geschlossene Abkommen mit Tunesien führte zu einem Rückgang der Ankünfte aus Nordafrika um 59 Prozent auf 66.800.
  2. Verschärfte Maßnahmen auf der Westbalkanroute: Strengere Visapolitik und intensivierte Grenzkontrollen resultierten in einem Rückgang um 78 Prozent auf 21.500 irreguläre Grenzübertritte.

Verschiebung der Migrationsströme

Trotz des allgemeinen Rückgangs verzeichneten einige Regionen Rekordzahlen:

  • Die Kanarischen Inseln erlebten einen Anstieg um 18 Prozent auf fast 47.000 Ankünfte.
  • An den Grenzen zur Ukraine und zu Belarus verdreifachte sich die Zahl der Grenzübertritte auf rund 17.000.

Herkunftsländer der Migranten

Die größten Gruppen irregulärer Migranten stammten 2024 aus:

  1. Syrien (45.200, deutlicher Rückgang)
  2. Afghanistan (18.200)
  3. Mali (15.700)
  4. Bangladesch (15.300)
  5. Ukraine (14.200)
  6. Ägypten (11.400)

Kritische Betrachtung

Während die rückläufigen Zahlen oberflächlich betrachtet als Erfolg der EU-Migrationspolitik gewertet werden könnten, werfen sie auch kritische Fragen auf. Die Verlagerung der Migrationsströme auf gefährlichere Routen wie die zu den Kanarischen Inseln könnte zu einer erhöhten Zahl von Todesfällen führen. Zudem bleibt unklar, inwiefern die Kooperationsabkommen mit Drittstaaten mit den Menschenrechtsstandards der EU vereinbar sind.

Frontex-Exekutivdirektor Hans Leijtens warnt vor neuen Risiken und einer veränderten Dynamik. Die wachsende Instabilität in Regionen wie der Sahelzone könnte zukünftig zu verstärkten Migrationsbewegungen führen.

Es bleibt abzuwarten, ob die EU eine nachhaltige und humane Lösung für die komplexen Herausforderungen der Migration finden wird, die sowohl die Sicherheit ihrer Außengrenzen als auch die Rechte und die Würde der Migranten respektiert.

Citations:
[1] https://www.sueddeutsche.de/politik/migration-illegale-einreisen-eu-frontex-zahlen-li.3182796
[2] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/frontex-weniger-irregulaere-einreisen-100.html
[3] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-01/migration-frontex-irregulaere-einreisen-rueckgang
[4] https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_100573684/frontex-2024-viel-weniger-unerlaubte-grenzuebertritte-in-eu.html
[5] https://www.deutschlandfunk.de/medienbericht-eu-grenzschutzbehoerde-frontex-meldet-fuer-2024-weniger-illegale-einreisen-in-die-eu-100.html
[6] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/weniger-irregulaere-einreisen-wirkt-die-eu-asylreform-schon,UZrKjyn
[7] https://www.handelsblatt.com/dpa/migration-frontex-2024-viel-weniger-unerlaubte-grenzuebertritte-in-eu/30166168.html
[8] https://www.derstandard.de/story/3000000252822/zahl-der-irregul228ren-einreisen-in-eu-ging-laut-frontex-stark-zur252ck
[9] https://www.welt.de/politik/deutschland/article255122828/Frontex-Zahl-der-irregulaeren-Einreisen-in-die-EU-stark-gesunken.html

Hinterlasse einen Kommentar