Verbraucherschützer klagen gegen Lidl und Penny wegen intransparenter App-Rabatte

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat juristische Schritte gegen die Discounter Lidl und Penny eingeleitet. Der Vorwurf: Die Unternehmen verstoßen mit ihrer Werbung für App-Rabatte möglicherweise gegen die Preisangabenverordnung.

Mangelnde Preistransparenz im Fokus

Gabriele Bernhardt, Leiterin der Stabsstelle Recht bei der Verbraucherzentrale, kritisiert die Praxis der Discounter scharf: „Es werden Preise für App-Nutzer beworben, ohne dass klar wird, welcher Gesamt- oder Grundpreis für den regulären Einkauf gilt. Das verstößt unserer Auffassung nach eindeutig gegen das Gesetz.“[4]

Die Verbraucherschützer argumentieren, dass bei jeglicher Preiswerbung – sei es in der Filiale, auf Plakaten, am Regal oder in Handzetteln – stets der Gesamtpreis für alle Kunden angegeben werden muss, unabhängig von einer App-Nutzung[6]. Dies sei durch die Preisangabenverordnung vorgeschrieben.

Rechtliche Schritte und mögliche Konsequenzen

Zwei Anträge auf Unterlassung wurden bei den Landgerichten in Heilbronn und Köln eingereicht[4]. Die Verfahren richten sich gegen Lidl und Penny, wobei auch juristische Schritte gegen Netto und Rewe in Vorbereitung sind[1].

Die betroffenen Unternehmen halten sich bisher bedeckt. Ein Penny-Sprecher erklärte, man könne sich aufgrund der noch nicht vorliegenden Klageschrift nicht zu den konkreten Inhalten äußern. Lidl verwies auf seine Praxis, sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren zu äußern[4].

Daten gegen Rabatte: Ein fragwürdiges Geschäftsmodell?

Die Rabatt-Apps der Discounter basieren auf einem Tauschgeschäft: Kunden erhalten exklusive Vorteile und Rabatte, wenn sie sich registrieren und ihre Daten preisgeben. Im Gegenzug erhalten die Händler wertvolle Informationen über das Kaufverhalten ihrer Kunden, die sie für gezielte Werbung und Produktplatzierungen nutzen können[1].

Fazit und Ausblick

Die Klage der Verbraucherzentrale wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Digitalisierung des Einzelhandels und die damit einhergehenden rechtlichen und ethischen Herausforderungen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte in dieser Sache entscheiden werden. Ein Urteil könnte weitreichende Folgen für die Praxis der App-basierten Rabattsysteme im deutschen Einzelhandel haben.

Die Verbraucher sind gut beraten, bei der Nutzung solcher Apps kritisch zu hinterfragen, welchen Wert ihre persönlichen Daten haben und ob die angebotenen Rabatte diesen Wert tatsächlich aufwiegen.

Citations:
[1] https://www.bz-berlin.de/deutschland/klagen-app-rabatte-lidl-penny
[2] https://www.bild.de/leben-wissen/mein-recht-verbraucherportal/lidl-penny-verbraucherzentrale-klagt-gegen-rabatt-apps-6793796ebfe67d0d18165127
[3] https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/lidl-penny-app-rabatte-klage-id301337924.html
[4] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/app-rabatte-verbraucherschuetzer-klagen-gegen-lidl-und-penny/100103235.html
[5] https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-01/verbraucherschutz-apps-lidl-penny-klage
[6] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/verbraucherzentrale-klage-lidl-app-100.html
[7] https://www.golem.de/news/app-rabatte-bei-lidl-und-penny-verbraucherschuetzer-klagen-wegen-intransparenter-preise-2501-192723.html
[8] https://www.turi2.de/aktuell/verbraucherschuetzer-klagen-gegen-app-rabatt-werbung-von-lidl-und-penny/
[9] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/klage-verbraucher-schuetzer-rabatt-app-lidl-penny-100.html
[10] https://www.mv-online.de/articles/311597/app-rabatte-verbraucherschuetzer-klagen-gegen-lidl-und-penny
[11] https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2025-01/64376439-rabatte-per-app-warum-verbraucherschuetzer-gegen-lidl-und-penny-klagen-397.htm

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