Macht euch bereit für das Geheule. Die Medien werden am Wochenende wieder Schaum vor dem Mund haben. Die „Wirtschaftsweisen“ werden den Untergang des Abendlandes herbeifantasieren. Und die blaune Suppe am rechten Rand wird wieder von „Geiselhaft“ faseln.
Aber hier sind die Fakten, ungeschminkt: Die Gewerkschaft ver.di hat die Schnauze voll. Am kommenden Montag (02.02.2026) wird bundesweit gestreikt. Und zwar im kommunalen Nahverkehr.
Was passiert da genau?
Es trifft ca. 100.000 Beschäftigte in über 150 Betrieben. Das bedeutet: U-Bahnen, Straßenbahnen und kommunale Busse bleiben im Depot. In fast allen Bundesländern. Auch Hamburg ist dabei (die haben bis zur letzten Sekunde gewackelt, ziehen jetzt aber mit).
WICHTIG für Pendler (bevor ihr Schnappatmung bekommt): Die Deutsche Bahn (DB) streikt nicht. Das heißt: S-Bahnen in Berlin, München, Stuttgart, Köln, Rhein-Main und Nürnberg fahren planmäßig (weil DB-Tochter). Auch der Regional- und Fernverkehr rollt. Außerdem: Niedersachsen ist raus. Da gilt noch Friedenspflicht für ca. 5.000 Leute. Glück gehabt, Hannover.
Warum das notwendig ist (Lektion für Marktradikale)
Die Arbeitgeberseite hat in den Verhandlungen bisher „nahezu jede Verbesserung abgelehnt“. Es geht hier primär um den sogenannten Manteltarifvertrag. Das ist Fefe-Sprech für: Arbeitsbedingungen. Wir reden hier nicht (nur) von mehr Geld auf dem Konto. Wir reden davon, dass Busfahrer nicht tot vom Sitz kippen sollen. Die Forderungen sind Basis-Hygiene für einen Job, der euch sicher von A nach B bringt:
- Kürzere Wochenarbeitszeiten.
- Längere Ruhezeiten (damit der Fahrer wach ist, wenn er deine Kinder zur Schule fährt).
- Höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendschichten.
In Bayern, Brandenburg, Saarland, Thüringen und Hamburg geht es zusätzlich auch um mehr Gehalt. Weil man von Applaus und warmen Worten keine Miete zahlt.
Warum ihr euch nicht von rechten Rattenfängern verarschen lassen solltet
Jetzt kommt der Part, wo es weh tut. Ab Montag werdet ihr in den Kommentarspalten wieder die übliche Güllepumpe der AfD-Bots und Neofaschisten erleben. Das Narrativ ist immer gleich: „Die gierigen Gewerkschaften schaden dem kleinen Mann! Das Volk leidet!“
Bullshit. Das ist reine Propaganda. Wer gegen Streiks hetzt, hetzt gegen Arbeiter. Punkt. Die Rechten tun immer so, als wären sie die „Anwälte der kleinen Leute“. Schaut euch ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag an. Wenn es um Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn oder Tarifbindung geht, stimmen die Faschos immer mit den neoliberalen Eliten. Die wollen keine starken Arbeiter, die wollen unterwürfiges Stimmvieh.
Solidarität ist der natürliche Feind des Faschismus. Wenn Busfahrer, Pflegekräfte und Müllwerker zusammenhalten und sagen „Bis hierhin und nicht weiter“, dann funktioniert das „Teile und Herrsche“-Spiel der Rechten nicht mehr. Ein Streik ist gelebte Demokratie. Wer das als „Terror“ bezeichnet, hat ein totalitäres Staatsverständnis.
Fazit für Montag
Wenn euer Bus am Montag nicht kommt: Motzt nicht den Fahrer an. Motzt die Kommunalen Arbeitgeberverbände an, die glauben, man könne den ÖPNV kaputtsparen, während sie sich selbst die Taschen vollmachen.
Nutzt die S-Bahn, fahrt Rad, bildet Fahrgemeinschaften. Und zeigt Solidarität mit den Leuten, die jeden Tag euren Arsch durch den Berufsverkehr schaukeln. Ohne die läuft hier nämlich gar nichts.
Wir sehen uns auf der Straße.
