Rechtspopulismus, Verschwörungs-Erzählungen, Demokratiezufriedenheit und Institutionenvertrauen in Deutschland, 2023

Die politische Landschaft Deutschlands im Jahr 2023 ist von tiefgreifenden Veränderungen und Herausforderungen geprägt. Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim, durchgeführt von forsa, wirft einen faszinierenden Blick auf die Themen Rechtspopulismus, Verschwörungs-Erzählungen, Demokratiezufriedenheit und Institutionenvertrauen in der deutschen Gesellschaft. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind nicht nur aufschlussreich, sondern auch alarmierend.

Verschwörungs-Erzählungen und Rechtspopulismus

Die Verbreitung von Verschwörungs-Erzählungen hat in den letzten Jahren zugenommen. Ob es um Corona, Bill Gates, Impfzwang, 5G-Technologie oder vermeintliche Unterdrückung geht, eine wachsende Anzahl von Menschen zweifelt an der offiziellen Darstellung und glaubt, dass „geheime Mächte“ im Hintergrund die Fäden ziehen. In dieser komplexen und vernetzten Welt scheint nichts mehr so zu sein, wie es scheint, und viele Menschen sind überzeugt, dass alles auf unerwartete Weise miteinander verknüpft ist.

Der Nährboden: Krisenzeiten

Diese Verschwörungs-Erzählungen gedeihen besonders gut in Zeiten der Krise. Ob es sich um die Banken- und Euro-Krise, die Flüchtlings-Krise oder die aktuelle Pandemie-Krise handelt, sie bieten einen fruchtbaren Boden für rechtspopulistische Narrativen.

Rechtspopulistische Erzähl-Elemente

Die rechtspopulistischen Erzähl-Elemente, die in dieser Studie untersucht wurden, sind faszinierend. Sie zeichnen das Bild eines einheitlichen „Volkswillens“, der angeblich von inneren und äußeren „Mächten“ unterdrückt wird. Die inneren „Mächte“ werden oft als die politischen Eliten und die „Lügenpresse“ dargestellt, während die äußeren „Mächte“ die EU, die Globalisierung und der Islam sind. Rechtspopulisten behaupten, dass sie das „Volk“ vor diesen „Mächten“ schützen und den „Volkswillen“ befreien.

Fragen und Methodik der Studie

Um diese Phänomene zu untersuchen, wurden im Juli 2023 insgesamt 4.024 Menschen befragt, wobei 2.510 aus Baden-Württemberg und 1.514 aus dem restlichen Bundesgebiet kamen. Die repräsentative Umfrage liefert Antworten auf wichtige Fragen:

  1. Wie weit verbreitet ist die Zustimmung zu rechtspopulistischen Erzähl-Elementen? Wie weit verbreitet ist das Misstrauen gegenüber Massenmedien und „politischen Eliten“?
  2. In welchen Personengruppen finden sich rechtspopulistische Einstellungen vorwiegend?
  3. Wie hängen rechtspopulistische Einstellungen mit der Demokratiezufriedenheit und dem Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen zusammen?

Die Studie baut auf den Demokratie-Monitoren des Verfassers aus den Jahren 2021 und 2022 auf und setzt die Analyse fort.

Zustimmung zu rechtspopulistischen Erzähl-Elementen

Die Zustimmung zu den rechtspopulistischen Erzähl-Elementen wurde anhand von Aussagen ermittelt. Dabei zeigt sich, dass diese Einstellungen in der Bevölkerung durchaus verbreitet sind. Das Misstrauen gegenüber Massenmedien und „politischen Eliten“ ist ein signifikanter Aspekt dieser Einstellungen.

Quelle: https://www.uni-hohenheim.de/fileadmin/uni_hohenheim/Aktuelles/Uni-News/Pressemitteilungen/2023-08_Populismus_und_Demokratie.pdf

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