Hubert Aiwanger spricht über Entschuldigung in „Stunde der Bedrängnis“

Die Affäre um Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger und die Vorwürfe wegen antisemitischer Flugblätter hält die Öffentlichkeit weiterhin in Atem. Aiwanger selbst äußerte sich kürzlich in einer Talkshow im Bayerischen Fernsehen zu den Vorwürfen und seiner öffentlichen Entschuldigung.

In der Sendung machte Aiwanger deutlich, dass er keinen Redebedarf mehr zu den Vorwürfen sieht. Er betonte, dass bereits ausreichend darüber gesprochen wurde. Auf die Frage nach den genauen Gründen für seine Entschuldigung antwortete er, er werde „jetzt nicht nochmal Kinder- und Jugendgeschichten hier auspacken“.

Die Vorwürfe gegen Aiwanger beziehen sich auf seine Schulzeit, und der Politiker hat bereits mehrfach erklärt, sich an viele Details nicht mehr erinnern zu können. In der Talkshow erklärte er: „Es waren ja eine Vielzahl an Vorwürfen bis hin zu geschmacklosen Witzen und so weiter, wo ich ehrlicherweise eingestehen muss, dass ich nach knapp 40 Jahren im Detail nicht mehr weiß, wer wann welchen Witz erzählt hat, ob ich mitgelacht oder selber einen erzählt hab.“

Aiwanger zeigte sich einsichtig und betonte, dass er bereit sei, Fehler einzuräumen und sich dafür zu entschuldigen. Er sagte: „Und ich glaube, dass man hier dann auch in dieser Stunde der Bedrängnis auch guttut zu sagen: Sollte ich irgendwo Fehler gemacht haben, entschuldige ich mich in jeder Form dazu und dafür. Da bin ich offen genug und Manns genug.“

Allerdings betonte Aiwanger auch, dass seine Entschuldigung von einigen kritisiert wurde. Er sagte, es sei schwer, es allen recht zu machen, und fügte hinzu: „Wie man’s macht, ist’s falsch.“

Die Affäre um Aiwanger begann vor zwei Wochen, als er zunächst schriftlich bestritt, während seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben. Später erklärte sein Bruder, der Verfasser des Flugblatts zu sein. In der Folge wurden weitere Vorwürfe gegen Aiwangers damaliges Verhalten laut. Schließlich entschuldigte er sich öffentlich, behauptete jedoch gleichzeitig, Opfer einer politischen Kampagne zu sein.

Die Entschuldigung bei Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, nahm diese bisher nicht an. Aiwanger äußerte Verständnis für ihre Reaktion und betonte, dass er bereit sei, bei passender Gelegenheit nochmals vertieft darüber zu sprechen.

Die Affäre wird weiterhin die politische Landschaft in Bayern bewegen, und eine Sondersitzung im bayerischen Landtag ist für heute geplant. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat jedoch erklärt, dass er nicht beabsichtigt, Aiwanger zu entlassen, da dies unverhältnismäßig wäre.

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