Künstliche Intelligenz: Klimakiller oder Klimaretter?

Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, nicht nur in Bezug auf Technologie und Innovation, sondern auch in der Diskussion um Umweltauswirkungen. Während KI als Hilfsmittel für den Menschen konzipiert wurde, stellt sich die Frage: Ist KI eher ein Klimakiller oder ein Klimaretter?

Die Energiebilanz von KI

Die immense Rechenleistung, die KI erfordert, geht mit einem erheblichen Energieverbrauch einher. Volker Lindenstrut von der Universität Frankfurt betont die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt: „Rechner verbrauchen immens viel Strom und Energie.“ Bei einem aktuellen Energiemix, der weit von hundert Prozent erneuerbarer Energie entfernt ist, resultiert jeder Verbrauch in CO2-Emissionen.

Digitale Systeme und Rechenzentren allein verursachen bereits etwa vier Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Diese Zahl könnte in den kommenden Jahren auf 30 Prozent steigen, insbesondere durch den stark wachsenden Energiebedarf von KI. Ralf Herbrich vom Hasso-Plattner-Institut erklärt: „Der Energieverbrauch durch KI wächst sehr stark, da es sehr kompliziert ist, ein intelligentes Verhalten zu berechnen.“

Chancen für den Klimaschutz durch KI

Trotz dieser Herausforderungen birgt KI auch Potenzial, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ralf Herbrich erforscht das Konzept von „Clean IT“, das sich auf die nachhaltige Nutzung von Hardware und Software konzentriert. Die zentrale Frage ist, wie KI gezielter eingesetzt werden kann, um den Energieverbrauch zu reduzieren, Energiespeicher zu optimieren und den eigenen Energieverbrauch zu minimieren.

Beispiele für positive Anwendungen sind die Koordination und Effizienzsteigerung von Transporten durch KI, die Energieeinsparung in smarten Häusern sowie die frühzeitige Erkennung von Waldbränden durch KI-gesteuerte Sensoren.

Effizienzsteigerung durch KI

Ein vielversprechender Ansatz liegt in der Optimierung der IT-Systeme selbst. Ralf Herbrich weist darauf hin, dass KI nicht immer die Rechengenauigkeit benötigt, die traditionelle Systeme erfordern. Durch den Einsatz von geringerer Zahlenpräzision und Rundungsfehlern kann bereits erheblich Energie eingespart werden.

Die Politik erkennt ebenfalls das Potenzial von KI für Energieeinsparungen. Der IT-Planungsrat der Bundesregierung hat im März 2022 Empfehlungen zur „Green IT“ veröffentlicht, und alle Bundesländer sollen „Green IT“-Beauftragte ernennen. Dennoch gibt es Kritik an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen, und einige fordern größere Anreize für „Green IT“, um den Klimaschutz effektiver zu gestalten.

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