01. Februar 2024
Die aktuellen Proteste gegen Rechtsextremismus finden breite Unterstützung in der Bevölkerung, so der ARD-DeutschlandTrend. In einer repräsentativen Umfrage geben 72 Prozent der Befragten an, Verständnis für die Demonstrationen zu haben. Die Grünen-Anhänger zeigen mit 97 Prozent die höchste Zustimmung, gefolgt von SPD-Anhängern (91 Prozent) und CDU/CSU-Anhängern (83 Prozent). Hingegen zeigen nur 18 Prozent der AfD-Anhänger Verständnis für die Proteste, während 76 Prozent dagegen sind.
Die größte Gefahr für die Demokratie wird laut 39 Prozent der Befragten im Rechtsextremismus und Rechtspopulismus gesehen, eine fast doppelte Zunahme seit Oktober 2022. Insgesamt 51 Prozent der Befragten halten ein Verbotsverfahren gegen die AfD nicht für angemessen, während 37 Prozent es befürworten. Die Mehrheit der Gegner eines Verbotsverfahrens (65 Prozent) betont die Notwendigkeit, sich politisch mit der Partei und ihren Wählern auseinanderzusetzen.
In Bezug auf die AfD-Anhänger zeigt die Umfrage, dass 66 Prozent von ihnen die Partei als rechtsextrem betrachten, während 51 Prozent sich vorstellen können, in den nächsten Jahren eine andere Bundestagspartei zu wählen. Die AfD-Anhänger betonen, dass es ihnen gleichgültig sei, dass die Partei als rechtsextrem gilt, solange sie die für sie relevanten Themen anspricht (66 Prozent).
Die aktuelle politische Stimmung in Deutschland zeigt, dass die SPD auf 16 Prozent zulegt, während die Union einen Prozentpunkt verliert, aber weiterhin die stärkste Kraft mit 30 Prozent bleibt. Die FDP liegt mit 4 Prozent unterhalb der Mandatsschwelle. Die AfD bleibt mit 19 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von den Grünen (14 Prozent). Die neu gegründete Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) könnte mit 5 Prozent in den Bundestag einziehen. Die Unzufriedenheit mit der Ampelregierung bleibt hoch, mit nur 17 Prozent Zustimmung zur aktuellen Regierungsarbeit.
Die Wahrnehmung der aktuellen Probleme in Deutschland variiert je nach Verständnis für die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Beispielsweise sehen 61 Prozent derjenigen, die Verständnis für die Proteste haben, den Klimawandel als größte Gefahr, während 86 Prozent derjenigen, die kein Verständnis für die Demonstrationen zeigen, sich vor allem um Ausgrenzung bei bestimmten Meinungen sorgen.
Die Umfrage wurde vom 29. bis 31. Januar 2024 durchgeführt und basiert auf 1.303 Befragten, darunter 776 Telefoninterviews und 527 Online-Interviews.
