Die Recherchen von Correctiv zu einem Geheimtreffen radikaler Rechter in Potsdam sorgen für kontroverse Diskussionen. In einem Interview mit dem ZDF Morgenmagazin weist Correctiv-Chefredakteur Justus von Daniels Vorwürfe zurück, die auf eine mögliche Verbindung zum Verfassungsschutz hindeuten.
Die investigative Arbeit von Correctiv zu dem Treffen, an dem Vertreter von AfD, CDU und Werteunion teilgenommen haben sollen, hat in den letzten Wochen viel Aufsehen erregt. Kritiker äußerten Spekulationen über mögliche Verbindungen zum Verfassungsschutz. In dem Interview betont von Daniels klar die Unabhängigkeit von Correctiv und weist jegliche Kontakte zum Verfassungsschutz entschieden zurück.
„Wir haben keine staatliche Einflussnahme, wir haben keinen Kontakt zum Verfassungsschutz, der uns da irgendwelche Sachen zugespielt haben soll. Da sind wir tatsächlich ein unabhängig arbeitendes Medienhaus“, stellt von Daniels klar. Er erklärt weiter, dass Correctiv als gemeinnütziges Medienhaus staatliche Förderung für bestimmte Bereiche, wie die Medienbildung von Jugendlichen, erhält. Die Finanzierung des Medienhauses erfolgt unter anderem durch verschiedene Stiftungen und einen Vertrag mit dem Facebook-Mutterkonzern Meta.
Die Frage, warum zwischen dem Treffen im November und der Veröffentlichung im Januar Zeit vergangen sei, beantwortet von Daniels damit, dass eine sorgfältige Prüfung des gesammelten Materials erfolgen musste. Dies umfasste auch die Abstimmung von Bildern mit den teilnehmenden Personen und die juristische Sicherheit der Berichterstattung.
Zur Kritik, dass Correctiv keine Protokolle des Treffens herausgegeben habe, erklärt von Daniels, dass nicht alles veröffentlicht wurde, um die Quellen zu schützen. Er betont die Notwendigkeit, Hinweisgeber zu schützen, wenn sie zur Recherche beitragen. Die betroffenen Personen wurden vor der Veröffentlichung konfrontiert, einige äußerten sich, während andere schweigend blieben.
Der Chefredakteur stellt sich auch vor einen Mitarbeiter, Jean Peters, der zuvor als Aktionskünstler tätig war. Von Daniels betont, dass Peters seit einiger Zeit als Journalist für Correctiv arbeite und normale investigative journalistische Arbeit leiste. Es gebe keine Grenze, die überschritten wurde.
Das Interview bietet eine Klarstellung zu den Vorwürfen und unterstreicht die Transparenz und Unabhängigkeit, die Correctiv in seiner Arbeit verfolgt.
