Verteidigungsausschuss: Auch Luftwaffeninspekteur nutzte unsichere Leitung bei Abhöraffäre

Die Abhöraffäre um die Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern an die Ukraine zieht weitere Kreise, wie eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses im Bundestag offenbarte. Minister Pistorius nahm die Bundeswehroffiziere in Schutz, obwohl bekannt wurde, dass auch Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz über eine unsichere Leitung an dem Gespräch teilnahm.

Bei dem von Russland abgehörten Bundeswehr-Gespräch über die „Taurus“-Lieferung an die Ukraine habe Luftwaffeninspekteur Gerhartz nicht ordnungsgemäß gehandelt, so Bundesverteidigungsminister Pistorius. Dennoch verteidigte er die Offiziere und betonte, dass voreilige personelle Konsequenzen vermieden werden sollten, um nicht in die Hände von Wladimir Putin zu spielen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Florian Hahn, äußerte, es seien noch Fragen offen, insbesondere bezüglich der Position von Bundeskanzler Scholz, der die „Taurus“-Lieferung kritisch sieht. Die Meinungsverschiedenheiten in der Ampelkoalition wurden deutlich, als Grüne einen Ringtausch ins Spiel brachten, während SPD-Chef Klingbeil dies ablehnte.

Die Marschflugkörper vom Typ „Taurus“ sind hochentwickelte Waffen, die autonom einen Tiefflug durch gegnerisches Gebiet ermöglichen. Die Debatte über die Lieferung an die Ukraine und mögliche Lösungen innerhalb der Koalition bleibt weiterhin intensiv.

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