Seit der Übernahme von X (ehemals Twitter) durch Elon Musk vor anderthalb Jahren hat die Plattform vermehrt mit Hassrede und Desinformation zu kämpfen. Studien des Center for Countering Digital Hate (CCDH) bestätigen diese Entwicklung.
Im Juni letzten Jahres veröffentlichte das CCDH eine Studie über Hassrede auf X, in der festgestellt wurde, dass X nicht konsequent gegen verifizierte Konten vorgeht, die Hass verbreiten. Eine weitere Studie im November kam zu ähnlichen Ergebnissen.
Die Muttergesellschaft von X, X Corp., reichte daraufhin eine Klage gegen das CCDH ein, die ein US-Bundesgericht nun abgewiesen hat. X Corp. warf dem CCDH vor, falsche Behauptungen aufzustellen und sich unrechtmäßig Zugang zu X-Daten verschafft zu haben.
Der Geschäftsführer des CCDH, Imran Ahmed, kritisierte die Klage und betonte, dass das CCDH nicht beabsichtigt, seine Untersuchungen einzustellen. Trotz zahlreicher Meldungen von „Hass-Tweets“ verifizierter Konten habe X oft nicht reagiert und den betreffenden Tweets sogar eine höhere Reichweite verliehen.
Das Urteil des US-Bezirksrichters Charles Breyer zugunsten des CCDH besagt, dass X Corp. nicht nachweisen konnte, wie die Untersuchungen des CCDH dem Unternehmen finanziellen Schaden zugefügt haben sollen. X Corp. kündigte an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.
Seit Musks Übernahme haben sich auf X vermehrt rechtsradikale Äußerungen verbreitet. Musk ließ suspendierte Accounts mit fremden- oder frauenfeindlichen Inhalten wieder zu und sperrte andere Konten, darunter das eines Datenanalysten, der den wachsenden Hass auf der Plattform erforscht.
Im November verklagte X auch die Organisation Media Matters wegen einer Studie, die zeigte, dass X Anzeigen neben rechtsradikalen Beiträgen geschaltet hatte. Musk warf Media Matters vor, den Algorithmus des Netzwerks manipuliert zu haben.
