Microsoft will Office und Teams weltweit entflechten

Microsoft plant, seine Chat- und Konferenz-App Teams weltweit von seinem Office 365-Produkt zu trennen. Diese Entscheidung wurde am Montag bekannt gegeben, wie die Nachrichtenagentur Reuters exklusiv berichtete. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass diese Änderung vorgenommen werde, „um Klarheit für unsere Kunden zu schaffen“. Bereits im vergangenen Jahr hatte Microsoft Teams in der EU von Office 365 entbündelt, um mögliche kartellrechtliche Strafen der EU zu vermeiden.

Hintergrund dieser Entscheidung ist eine Untersuchung der Europäischen Kommission zu Microsofts Verknüpfung von Office und Teams. Die Wettbewerbsbeschwerde der Salesforce-Tochter Slack im Sommer 2020 führte zu dieser Untersuchung. Der Vorwurf lautet, dass Microsoft durch die Einbindung von Teams in die Microsoft-365-Dienste rechtswidrig und wettbewerbswidrig handle. Im Oktober letzten Jahres begann Microsoft damit, Teams in der EU und der Schweiz separat von Microsoft 365 und Office 365 anzubieten. Nun wird diese Maßnahme weltweit umgesetzt.

Um Klarheit für die Kunden zu schaffen und dem Feedback der Europäischen Kommission gerecht zu werden, wird die Trennung von Teams und Office weltweit durchgeführt. Bestehende Kunden haben die Möglichkeit, ihre aktuellen Angebote beizubehalten oder zu aktualisieren. Neue Geschäftskunden können Teams allein für 5,25 US-Dollar erwerben, während Office-Pakete ohne Teams je nach Umfang zwischen 7,75 und 54,75 US-Dollar kosten. Diese Preise können jedoch je nach Land und Währung variieren.

Obwohl die Entflechtung möglicherweise nicht ausreicht, um die EU-Kartellklage abzuwenden, wird sie Microsoft möglicherweise in den kommenden Monaten zugestellt. Eine Kartellstrafe könnte beträchtlich sein und bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Microsoft ausmachen.

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