Das Bundespresseamt geht neue Wege, um junge Menschen zu erreichen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekommt einen eigenen TikTok-Kanal. Trotz einiger Bedenken aufgrund der chinesischen Eigentümer der Plattform hat das Bundespresseamt den Kanal live geschaltet.
Die Entscheidung, auf TikTok präsent zu sein, bedeutet nicht, dass die Bundesregierung die Geschäfts- und Datenschutzpraktiken der Plattform uneingeschränkt akzeptiert. Regierungssprecher Steffen Hebestreit betonte, dass die Bundesregierung mit dem Betreiber Bytedance im Austausch stehe und ein Bemühen erkenne, sich an geltende Rechtsvorschriften zu halten. Dennoch seien andere Behörden für die Durchsetzung zuständig.
Um Sicherheitsbedenken aufgrund des China-Bezugs zu adressieren, wird es weiterhin keine TikTok-App auf regulären Diensttelefonen der Bundesregierung geben. Stattdessen wird ein separates Smartphone verwendet, das nicht mit internen Daten und Netzwerken der Bundesregierung verbunden ist.
Die Kommentarmoderation auf dem Kanal übernehmen ab Sommer zwei Mitarbeiter des Bundespresseamts. Bis dahin wird eine Agentur unterstützen. Alle Bedenken, einschließlich Datenschutzbedenken, wurden geprüft und abgewogen. Die Entscheidung, auf TikTok präsent zu sein, wird als notwendige Erweiterung des Informationsangebots betrachtet, da die Plattform in Deutschland eine große Anzahl junger Nutzer hat, die über traditionelle Medien möglicherweise nicht erreicht werden.
Die Einführung des „TeamBundeskanzler“ auf TikTok markiert einen unkonventionellen Schritt in der Regierungskommunikation und zeigt, dass sich die Bundesregierung bemüht, mit den Trends der Zeit Schritt zu halten, um ihre Botschaften an ein breiteres Publikum zu vermitteln.
