Ein Mitarbeiter des AfD-Spitzenkandidaten für die Europawahl, Maximilian Krah, wurde in Dresden wegen Spionageverdachts festgenommen. Der Verdacht: Er soll für China spioniert haben.
Jian G. wurde in der Nacht in Dresden festgenommen. Ihm wird Agententätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudio, RBB und SWR soll er für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet haben und Informationen aus dem EU-Parlament an das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) weitergegeben haben.
G. war als Assistent für den AfD-Europa-Abgeordneten Maximilian Krah tätig und hatte Zugang zu sensiblen Informationen aus dem Parlamentsbetrieb. Die deutschen Sicherheitsbehörden kannten G. bereits seit über zehn Jahren, als er sich als Informant angeboten hatte. Eine Zusammenarbeit kam damals jedoch nicht zustande, da man ihn für unzuverlässig und einen möglichen Doppelagenten Chinas hielt.
Krah und G. sollen bereits seit Jahren Verbindungen nach China unterhalten haben. Krah, der in Dresden als Rechtsanwalt tätig war, lernte G. im Zusammenhang mit einer Unternehmensgründung kennen. Als Krah 2019 für die AfD ins Europaparlament einzog, stellte er G. als Assistenten ein. In dieser Funktion hatte G. Zugang zu Informationen, die für den chinesischen Geheimdienst von großem Wert gewesen sein dürften.
Die Festnahme von G. ist bereits die zweite innerhalb von 24 Stunden, bei der es um geheimdienstliche Agententätigkeit für China geht. Am Montag hatte die Bundesanwaltschaft zwei Männer und eine Frau festnehmen lassen, die ebenfalls im Verdacht stehen, für China spioniert zu haben. Die beiden Fälle stehen jedoch offenbar nicht in direktem Zusammenhang.
