Bayerns Polizisten dürfen auf schnelle Hilfe hoffen

Ein Webvideo mit Polizisten in Unterwäsche sorgt für Schlagzeilen: Die Deutsche Polizeigewerkschaft machte damit auf die dramatischen Uniform-Lieferengpässe bei der bayerischen Polizei aufmerksam. Nun gibt es erste Verbesserungen.

Im vielbeachteten Webvideo der Gewerkschaft ist zu sehen, wie Polizisten in Unterwäsche ihren Dienst antreten müssen. Der Grund: dramatische Lieferengpässe bei der Uniformausstattung der bayerischen Polizei.

Hemden, Hosen, Blusen, Schirmmützen – teilweise müssen bayerische Polizistinnen und Polizisten bis zu einem Jahr auf ihre Dienstkleidung warten. Die Folge: Rekruten absolvieren ihre Ausbildung im schwarzen Einsatzanzug, was nicht nur unpraktisch ist, sondern auch die Motivation dämpft.

Mit dem Video als Hilferuf erzielte die Gewerkschaft jedoch Erfolg. Mehrere Textilhersteller meldeten sich, um Abhilfe zu schaffen. Einer davon ist Torsten Adler, der mit seiner Firma in Südostasien Berufsbekleidung produziert. Er betont, dass Lieferungen in nur zwei bis drei Wochen möglich wären.

Auch die Politik reagierte auf den Uniform-Mangel, der mittlerweile Thema im Innenausschuss des bayerischen Landtags war. Dabei wurde deutlich, dass neben Lieferengpässen auch das komplizierte Ausschreibungsverfahren ein Hindernis darstellt.

Trotzdem gibt es erste Fortschritte. Das bayerische Innenministerium teilte mit, dass bereits einige Lieferengpässe aufgeholt wurden. So konnte der Rückstand bei blauen Kurzarmblusen von 16.000 aufgeholt werden. Auch der Rückstand bei Sommer-Mehrzweckhosen sei abgebaut worden.

Mittelfristig soll ein eigenes bayerisches Logistikzentrum in Hof aufgebaut werden, das sich um die Beschaffung der Polizeiuniformen kümmert. Damit dürfte der nächste Dienst in voller Uniform angetreten werden können – hoffentlich ohne Unterhosen.

Älterer Beitrag: https://wasserpuncher.wordpress.com/2024/04/03/dienstkleidung-die-polizei-in-bayern-zieht-blank/

Hinterlasse einen Kommentar