Die evangelische Kirche verzeichnet einen weiteren Aderlass: Innerhalb eines Jahres haben mehr als eine halbe Million Menschen die Kirche verlassen. Damit sinkt die Gesamtzahl der Mitglieder auf 18,5 Millionen.
Trotz dieses massiven Mitgliederschwunds bleibt die evangelische Kirche entschlossen, ihre Aufgaben wahrzunehmen. „Wir werden eine kleinere und ärmere Kirche, dieser Tatsache müssen wir uns stellen“, kommentierte Kirsten Fehrs, die amtierende Ratsvorsitzende der EKD. Dennoch betonte sie, dass die Kirche auch mit weniger Mitgliedern weiterhin für Nächstenliebe, Menschlichkeit und die Weitergabe des christlichen Glaubens eintreten werde.
Im vergangenen Jahr traten rund 380.000 Mitglieder aus der evangelischen Kirche aus, während etwa 340.000 Mitglieder verstarben. Trotzdem gab es auch Zuwachs: Rund 160.000 neue Mitglieder traten der Kirche bei, während 140.000 Menschen getauft und weitere 20.000 aufgenommen wurden.
Die sinkende Mitgliederzahl hat auch Auswirkungen auf die Finanzen der Kirche. Das Kirchensteueraufkommen sank 2023 um gut fünf Prozent auf rund 5,9 Milliarden Euro.
Auch die katholische Kirche ist von Austritten betroffen: Im Jahr 2022 traten knapp 523.000 Menschen aus, so die Deutsche Bischofskonferenz (DBK).
