Die Bundesanwaltschaft lässt die Büroräume des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah in Brüssel durchsuchen. Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit den Spionagevorwürfen gegen einen Mitarbeiter von Krah.
Vor zwei Wochen wurde Jian G. in Dresden festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, für einen chinesischen Geheimdienst spioniert zu haben. Im Zuge der Ermittlungen hat die Bundesanwaltschaft heute die Büroräume im Europäischen Parlament in Brüssel durchsuchen lassen.
Die Durchsuchung betrifft die Büros von Maximilian Krah und seines Mitarbeiters G. Krah selbst gilt nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge in dem Verfahren. Ziel der Durchsuchung ist es, weiteres Belastungsmaterial gegen G. zu finden.
Dem Mitarbeiter von Krah werden zwei verschiedene Sachverhalte vorgeworfen. Zum einen soll er chinesische Dissidenten in Deutschland ausspioniert haben. Zum anderen soll er Informationen aus dem Europäischen Parlament an einen chinesischen Geheimdienst weitergeleitet haben.
Jian G. war 2002 aus China nach Deutschland gekommen und hatte zunächst an der Technischen Universität Dresden studiert. In den folgenden Jahren war er als Geschäftsmann tätig, bevor er Mitarbeiter von Krah wurde. Gleichzeitig engagierte er sich in chinesischen Dissidenten-Organisationen.
Interessanterweise hatte sich G. dem Bundesnachrichtendienst als Informant angeboten, wurde jedoch abgelehnt. Stattdessen wurde er an das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz verwiesen, wo er von 2007 bis 2018 als Informant tätig war. Erst danach begann er seine Tätigkeit als Mitarbeiter von Maximilian Krah.
Seit seiner Festnahme sitzt Jian G. in Untersuchungshaft.
