Im Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt scheint es derzeit hoch herzugehen: Kurz vor einer geplanten Überprüfung durch den Landesrechnungshof wurden dort zehntausende Schuss Munition und zahlreiche Waffen vernichtet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Die wilde Vernichtung: Laut dem LKA wurden in den vergangenen Tagen mehr als 69.000 Schuss Munition und 108 Gegenstände aus der Vergleichswaffensammlung zerstört. Diese Sammlung, die mehr als 600 Hieb- und Stoßwaffen sowie 5.700 Schusswaffen umfasst, dient dazu, Vergleichswaffen für Tests und Gerichtsverfahren bereitzustellen, um die eigentlichen Tatwaffen nicht zu beschädigen.
Unsachgemäße Lagerung: Der Landesrechnungshof plant, die Vergleichswaffensammlung am Donnerstag, den 16. Mai, zu prüfen. Schon seit Anfang des Jahres beschäftigt die unsachgemäße Lagerung von Asservaten durch die Polizei den Landtag. In einer Sondersitzung des Innenausschusses Ende April wurde bekannt, dass 274 Waffen ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaften in die Sammlung gelangten. Offenbar geschieht dies schon seit 2019, und die Verwaltung der Asservaten ist alles andere als digital und sicher – hier regieren Verwahrbücher und Excel-Tabellen.
Linken-Politikerin Quade schlägt Alarm: Henriette Quade, die innenpolitische Sprecherin der Linken im Landtag, zeigt sich schockiert über die Entwicklungen. Sie sieht einen klaren Fall von „Struktur- und Führungsversagen“ im Innenministerium und fordert Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) auf, Verantwortung zu übernehmen.
Vertuschungsversuche? Die Informationen, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegen, werfen die Frage auf, ob im LKA mehr Waffen und Munition gesammelt wurden, als nötig – und ob dies möglicherweise vertuscht werden sollte. Die Aktenführung sei anfällig für Manipulation und Missbrauch, was die aktuelle Vernichtungsaktion nur noch verdächtiger erscheinen lässt.
Innenausschuss auf Spurensuche: Am Donnerstag wird sich auch der Innenausschuss des Landtages mit der Lagerung von Beweismitteln und der Vergleichswaffensammlung im LKA befassen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Überraschungen diese Untersuchung noch zutage fördern wird.
Fazit: Während das LKA Sachsen-Anhalt fleißig Waffen und Munition vernichtet, um den Landesrechnungshof nicht zu langweilen, stehen Fragen der Ordnung und Transparenz im Raum. Die Kontrolle am Donnerstag wird sicherlich spannend – ob sie aber zur Aufklärung oder zu neuen Rätseln führt, bleibt abzuwarten.
