In einem ansonsten idyllischen Teil von Schleswig-Holstein sorgte eine Schülerparty im renommierten Internat Louisenlund für Schlagzeilen. Auf der Feier wurden rassistische Parolen gesungen, was nicht nur für Empörung sorgte, sondern auch das Bildungsministerium auf den Plan rief.
Der Vorfall
Schülerinnen und Schüler des Internats Louisenlund sollen bei einer Disco im Internat zur Melodie des Party-Hits L’amour toujours von Gigi D’Agostino rassistische Parolen gesungen haben. Diese Gesänge erinnerten stark an ähnliche Vorfälle auf Sylt, die bundesweit Empörung ausgelöst hatten. Lehrerinnen und Lehrer, die die Feier beaufsichtigten, reagierten schnell und brachen die Veranstaltung umgehend ab.
Reaktionen und Maßnahmen
Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium kündigte eine umfassende Überprüfung durch die Schulaufsicht an. Laut einer internen Mitteilung des Internats, die vom Hamburger Abendblatt zitiert wurde, stimmten vor allem männliche Schüler die rassistischen Gesänge an. Der Leiter der Stiftung Louisenlund, Peter Rösner, versprach in einem Schreiben, mögliche Reaktionen und Sanktionen mit pädagogischer Gründlichkeit zu beraten.
Das zuständige Kommissariat 5 der Kieler Bezirkskriminalinspektion hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) betonte die Ernsthaftigkeit des Vorfalls und erklärte, dass jugendlicher Überschwang oder Alkohol keine Entschuldigung für rassistische Gesänge seien. Sie warnte vor möglichen Nachahmungen und unterstrich die Bedeutung, mit Jugendlichen über die Tragweite solcher Aktionen zu sprechen.
Hintergrund und weitere Vorfälle
Der Vorfall in Louisenlund ist kein Einzelfall. Ähnliche rassistische Parolen wurden bereits zuvor bei einem Vorfall an Pfingsten in einer Bar auf Sylt gesungen und in sozialen Medien verbreitet. Der Staatsschutz ermittelt in diesen Fällen. Auch in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gab es in den letzten Monaten vergleichbare Vorfälle, bei denen Naziparolen gerufen wurden.
Das Internat Louisenlund
Louisenlund ist ein angesehenes Internat, das häufig von wohlhabenden Familien aus Hamburg gewählt wird. Es befindet sich in einem Schloss direkt an der Schlei in Güby und genießt normalerweise einen ausgezeichneten Ruf. Doch der aktuelle Vorfall wirft einen Schatten auf das Internat und stellt die pädagogischen Herausforderungen in den Vordergrund.
Fazit
Der Vorfall im Internat Louisenlund zeigt, wie wichtig es ist, Jugendliche frühzeitig über die Bedeutung und die Folgen rassistischer Äußerungen aufzuklären. Schulen und Bildungsinstitutionen müssen wachsam sein und entschieden gegen jegliche Form von Rassismus vorgehen. Nur durch offene Gespräche und konsequente Maßnahmen können solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden.
