Europas drittgrößter Reiseanbieter, die FTI Group, hat Insolvenz angemeldet. Ab morgen sind Reisen betroffen. Die Pleite trifft viele Urlauber hart, doch es gibt Hoffnung auf Unterstützung.
FTI meldet Insolvenz an
Die FTI Touristik GmbH, die Muttergesellschaft der FTI Group, hat heute beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Ab morgen, dem 4. Juni, sollen geplante Reisen nicht mehr oder nur noch teilweise durchgeführt werden. Der Konzern arbeitet daran, bereits angetretene Reisen planmäßig zu beenden.
Folgen für Urlauber
Vom Insolvenzantrag ist zunächst nur die Veranstaltermarke FTI Touristik betroffen. In der Folge werden auch für weitere Konzerngesellschaften entsprechende Anträge gestellt. Der Deutsche Reisesicherungsfonds, 2021 nach der Thomas Cook-Pleite gegründet, wird nun aktiv. Er kümmert sich um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, den Rücktransport gestrandeter Urlauber und deren Unterbringung bis zum Rücktransport.
Scheitern der Verhandlungen
Am Wochenende scheiterten Verhandlungen um finanzielle Hilfen. Der Bund lehnte weitere Unterstützung für FTI ab, obwohl das Unternehmen während der Corona-Pandemie rund 600 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten hatte. Ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors Certares wollte die FTI Group für einen Euro übernehmen und 125 Millionen Euro frisches Kapital einbringen. Doch die Buchungszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, und zahlreiche Lieferanten bestanden auf Vorkasse. Das führte zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf, den FTI nicht mehr überbrücken konnte.
Ein schwerer Schlag für die Tourismusbranche
Die FTI Group beschäftigt etwa 11.000 Mitarbeiter. Trotz einer schwierigen Zeit während der Corona-Pandemie sah sich der Reisekonzern dank gestiegener Nachfrage zeitweise wieder auf Kurs. Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023 verzeichnete FTI ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und erwirtschaftete einen zweistelligen Millionenbetrag. Doch das reichte nicht aus, um die aktuellen finanziellen Probleme zu überwinden.
Was bedeutet das für die Urlauber?
Urlauber, die eine Reise mit FTI gebucht haben, sollten sich umgehend mit ihrem Reisebüro oder direkt mit FTI in Verbindung setzen. Es ist wichtig, über die neuesten Entwicklungen und mögliche Änderungen der Reisepläne informiert zu bleiben. Der Reisesicherungsfonds steht bereit, um finanzielle Verluste zu minimieren und gestrandete Urlauber sicher nach Hause zu bringen.
Fazit
Die Insolvenz von FTI ist ein schwerer Schlag für die Tourismusbranche und vor allem für die betroffenen Urlauber. Doch der Reisesicherungsfonds bietet zumindest etwas Sicherheit in dieser unsicheren Lage. Bleiben Sie informiert, und planen Sie Ihre Reise entsprechend um. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja doch noch eine überraschende Wendung in dieser Reisegeschichte.
