Vor anderthalb Jahren durchsuchte die Polizei die Räumlichkeiten des Freiburger Radiosenders Radio Dreyeckland (RDL) und sorgte bundesweit für Aufregung. Nun erleben die Behörden eine weitere Schlappe. Der Freispruch des Redakteurs wirft Fragen auf, aber lassen Sie uns die Sache humorvoll und sachlich beleuchten.
Die Story hinter den Schlagzeilen
Im Januar 2023 führte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Razzien in den Privatwohnungen von RDL-Mitarbeitern und in den Räumen des Senders durch. Der Grund? Ein Artikel von RDL verlinkte auf ein Archiv der verbotenen Plattform „linksunten.indymedia“. Die Staatsanwaltschaft sah darin einen Verstoß gegen das Vereinigungsverbot und erhob Anklage.
Nun, nach langem Hin und Her, entschied die Staatsschutzkammer des Landgerichts Karlsruhe: Freispruch! Warum? Die angeblich beworbene Vereinigung existierte zum Tatzeitpunkt nicht mehr, und das verlinkte Archiv war nicht direkt mit der verbotenen Seite gleichzusetzen. Ein formaler Freispruch also. Doch die vollständige Urteilsbegründung steht noch aus.
Ein hartnäckiger Staatsapparat
Doch die Staatsanwaltschaft gibt nicht auf. Nach dem Scheitern vor dem Landgericht zog sie vor das Oberlandesgericht Stuttgart. Dieses ließ die Anklage zu, und nun haben wir den Freispruch. Aber damit endet die juristische Auseinandersetzung nicht. Die Staatsanwaltschaft könnte Revision einlegen, und die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat eine Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie will klären lassen, dass das Setzen eines Links im Rahmen eines Presseberichts keine strafbare Handlung ist und dass die Durchsuchung von Redaktionsräumen die Pressefreiheit verletzt.
„linksunten.indymedia“ und die Verbotsfrage
Die Plattform „linksunten.indymedia“ galt lange als Sprachrohr der linksextremen Szene. 2017 wurde sie verboten, aber nicht als Website, sondern indem die Verantwortlichen zu einem Verein erklärt und verboten wurden. Ein juristischer Kniff, der allerdings vor dem Bundesverwaltungsgericht Bestand hatte. Die Kläger bestritten die Existenz des Vereins, konnten sich aber nicht durchsetzen, weil nur die Vereinigung selbst das Verbot anfechten kann.
Ein freies Radio und seine Geschichte
Radio Dreyeckland, der älteste freie Radiosender Deutschlands, entstand in den 1980er-Jahren aus der Anti-Atomkraft-Bewegung. Seitdem steht er für unabhängigen Journalismus und kämpft für die Pressefreiheit. Dass der Sender nun in eine solche Auseinandersetzung verwickelt ist, zeigt einmal mehr, wie wichtig die Freiheit der Presse in einer Demokratie ist.
Fazit: Lachen oder Weinen?
Die Farce um die Razzien und den Freispruch zeigt, dass die Behörden manchmal über das Ziel hinausschießen. Der Rechtsstaat mag langsame Mühlen haben, aber sie mahlen. Ob die Staatsanwaltschaft nun weiterhin auf ihrem Standpunkt beharrt oder endlich einsieht, dass ein freier und kritischer Journalismus nicht zu kriminalisieren ist, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt uns nur, über den absurden Verlauf dieser Geschichte den Kopf zu schütteln – oder einfach zu lachen. Denn Humor ist bekanntlich die beste Medizin gegen bürokratische Übertreibungen.
4o
