Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 steht vor der Tür und die Vorfreude ist groß. Doch neben den sportlichen Highlights gibt es auch ernste Themen, die für ein sicheres Sommermärchen sorgen sollen. Metalldetektoren, Spürhunde und Flugverbotszonen – die Sicherheitsvorkehrungen sind umfangreich und stellen die Behörden vor eine große Herausforderung.
Sicherheit ist oberstes Gebot
René Pflüger aus Dortmund kann seine Begeisterung kaum zügeln: „Ich freue mich einfach so sehr auf den Fußball!“ Auf dem Friedensplatz wird er sich mit Tausenden anderen Fans beim Public Viewing versammeln. Er betont: „Das kann nicht sein, dass wir uns nicht mehr raustrauen. So weit kommt es noch!“ Pflüger ist einer von zwölf Millionen Fans, die in den Fanzones erwartet werden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser rechnet zudem mit 2,7 Millionen Stadionbesuchern. „Hundertprozentige Sicherheit kann es in einer freien Gesellschaft nie geben, aber wir tun unser Bestmögliches“, so Faeser. Die Bedrohungslage reicht von islamistischem Terror über Hooligans bis hin zu Cyberangriffen.
Alarmbereitschaft trotz fehlender konkreter Hinweise
Obwohl derzeit keine konkreten Gefährdungshinweise vorliegen, sind die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter erklärt: „Wir haben derzeit ein enormes Grundrauschen, die Sicherheitsbehörden müssen alle Kanäle anzapfen, die sie haben, um vor die Lage zu kommen.“ Huth verweist auf die internationalen Krisen, die sich auch auf die Sicherheitslage in Deutschland auswirken: „Wir haben Radikalismus von allen Seiten, Angriffe auf Politiker. Das macht die Lage so prekär.“
Das Lagezentrum in Neuss
In Neuss befindet sich das zentrale Polizei-Lagezentrum, wo 600 Beamte von LKA und Verfassungsschutz sowie Polizisten aus den Teilnehmerländern zusammenarbeiten. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erklärt: „Sobald einer der internationalen Kollegen einen Hinweis auf einen Anschlag oder Gefährder bekommt, läuft das alles hier zusammen und wir können sofort reagieren.“ Diese Zusammenarbeit soll dafür sorgen, dass alle relevanten Informationen sofort zur Verfügung stehen und Maßnahmen schnell ergriffen werden können.
Keine Pause für die Einsatzkräfte
Während der EM gilt für die Einsatzkräfte Urlaubssperre. „Das wird kein Spaziergang“, so Reul. Zu den Hauptaufgaben des Lagezentrums gehören die Bekämpfung gewaltbereiter Fans, die Abwehr von Terroranschlägen und der Schutz vor Cyberattacken. Besonders die Gefahr von Cyberangriffen nimmt durch die Digitalisierung zu. „Die Gefahr ist abstrakt hoch und wir nehmen sie ernst, damit aus abstrakt nicht konkret wird“, betont Reul.
Grenzkontrollen und Flugverbotszonen
Während der EM wird es Kontrollen an den deutschen Außengrenzen geben und rund um die Stadien gelten Flugverbotszonen. Die größte Bedrohung geht laut Faeser von der Gruppe „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (ISPK) aus, einem Ableger des IS aus Afghanistan.
Ein Fest für Millionen Fans
Trotz der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen bleibt die Freude auf das Fußballfest ungetrübt. „Wir sind sehr wachsam und gut vorbereitet. Unser ganzes Land kann sich auf ein großes Fußballfest mit Millionen Fans aus ganz Europa freuen“, so Faeser. Auch Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter ermutigt: „Ich kann nur raten, dieses Fußballfest zu genießen und die Öffentlichkeit nicht zu meiden. Denn das wäre genau das, was die Terroristen wollen. Wir sollten unsere Freiheit ausleben und uns nicht einschüchtern lassen.“
So blicken die Fans optimistisch auf die bevorstehende Europameisterschaft – ein sicheres Sommermärchen, bei dem die Freude am Fußball im Vordergrund steht.
