Eine Tat, die Wellen schlägt und die Gesellschaft erschüttert
In Grevesmühlen, einer kleinen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, ereignete sich ein Vorfall, der nicht nur die lokale Gemeinschaft, sondern auch ganz Deutschland aufwühlte. Zwei ghanaische Mädchen und ihr Vater wurden Opfer eines rassistisch motivierten Angriffs, der nun vom Staatsschutz untersucht wird.
Zeugen gesucht: Polizei ruft zur Mithilfe auf
Die Ermittlungen zu diesem erschütternden Vorfall wurden von Anfang an vom Staatsschutz übernommen. Das Polizeipräsidium Rostock gab bekannt, dass eine spezielle Ermittlungsgruppe unter Hochdruck Zeugenaussagen und Bildmaterial auswertet. Zeugen können ihre Beobachtungen über die Webseite mv.hinweisportal.de mitteilen oder sich direkt an jede Polizeidienststelle wenden.
Ein brutaler Angriff
Am Freitagabend wurden zwei ghanaische Mädchen im Alter von acht und zehn Jahren sowie ihr Vater in Grevesmühlen angegriffen. Die Täter, angeblich bis zu acht Personen aus einer Gruppe von 20 Jugendlichen, traten dem jüngeren Mädchen ins Gesicht. Der Angriff ereignete sich gegen 19.30 Uhr am Ploggenseering, als die Mädchen vom Sport auf dem Weg nach Hause waren.
Ermittlungen wegen schwerer Vorwürfe
Als der Vater der beiden Mädchen die Jugendlichen zur Rede stellte, wurde auch er angegriffen. Beide, der Vater und seine jüngere Tochter, wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Zusätzlich zu den körperlichen Angriffen wurden die Opfer rassistisch beleidigt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung und sucht weiterhin Zeugen.
Rassistische Parolen beim Stadtfest
Am selben Abend sollen auf dem Stadtfest in Grevesmühlen unbekannte Personen zum Lied „L’Amour toujours“ rassistische Parolen gegrölt haben. Ob ein Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und dem Angriff auf die Mädchen besteht, wird derzeit geprüft.
Reaktionen aus der Politik
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zeigte sich entsetzt und betonte die Notwendigkeit, täglich gegen Rassismus aufzustehen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser verurteilte den Angriff ebenfalls scharf und sprach von „dumpfem Hass und unfassbarer Unmenschlichkeit“. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig forderte schnelle Konsequenzen für die Täter und äußerte ihr Mitgefühl für die betroffene Familie. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel und der Bürgermeister von Grevesmühlen, Lars Prahler, verurteilten die Tat ebenfalls und forderten ein klares Zeichen gegen Rassismus.
Ein Appell an die Gesellschaft
Die Integrationsbeauftragte des Landes, Jana Michael, appellierte an die Jugendlichen, die Täter zu benennen, um die Aufklärung der Tat nicht zu behindern. Landrat Tino Schomann betonte, dass solche Taten eine Schande sind und keine Entschuldigung haben, auch wenn die Täter im jugendlichen Alter sind.
Zeichen setzen in schwierigen Zeiten
Bürgermeister Lars Prahler wies darauf hin, dass die Gesellschaft gerade in schwierigen Zeiten, in denen komplexe Probleme auf der Straße liegen, gegen rassistische Menschenbilder und Gewalt zusammenstehen muss. Es sei an der Zeit, dass die Mehrheitsgesellschaft, die solche Taten ablehnt, ein starkes Zeichen setzt.
Dieser Fall zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass wir alle gemeinsam gegen Rassismus und Gewalt vorgehen. Jeder Einzelne von uns hat die Verantwortung, für eine friedliche und respektvolle Gesellschaft einzutreten – jeden Tag aufs Neue.
