Bye-bye, Unterwasser-Server: Microsoft beendet Projekt Natick

Microsoft hat die Segel gestrichen und lässt keine Server mehr im Meer versinken. Das ehrgeizige Projekt Natick, bei dem Unterwasser-Rechenzentren getestet wurden, gehört nun der Vergangenheit an. Ursprünglich vor der Küste Schottlands gestartet, sollte das Experiment zeigen, ob kühle Meeresgewässer die Effizienz von Servern verbessern könnten.

In den zwei Jahren unter Wasser bewährten sich die 855 versenkten Server-Container beachtlich gut. Lediglich 6 der Unterwasserserver gaben den Geist auf, verglichen mit 8 Ausfällen bei 135 Testservern an Land. Die Schlussfolgerung: Konstante Temperaturen und eine mögliche Stickstofffüllung könnten die niedrigere Ausfallrate begünstigt haben.

Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse setzt Microsoft das Projekt nicht fort. Noelle Walsh, verantwortlich für Cloud-Operationen und Innovationen, bestätigte das Ende von Natick. Die gesammelten Erkenntnisse über Umweltbedingungen und Serverbetrieb sollen jedoch für zukünftige Technologien genutzt werden.

„Obwohl Unterwasser-Rechenzentren derzeit keine Priorität haben, wird das Projekt Natick weiterhin als Forschungsplattform dienen. Wir erforschen und testen neue Konzepte für die Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit von Rechenzentren, wie z.B. Flüssigkeitskühlung“, so ein Microsoft-Sprecher.

Der Fokus des Unternehmens liegt derzeit auf großen Cloud-Rechenzentren, die KI-Algorithmen trainieren und ausführen können. Diese Megazentren sind zu komplex und dynamisch für einen Unterwassereinsatz, weshalb kleinere, statische Server wie bei Natick nicht mehr ins Bild passen.

Für Microsoft bedeutet dies einen strategischen Wandel hin zu leistungsstarken, landgestützten Rechenzentren, die die Zukunft der digitalen Innovation formen sollen. Das Meer bleibt vorerst eine romantische Kulisse für Server, während die Zukunft der Technologie an Land geschmiedet wird.

Hinterlasse einen Kommentar