Wenn im Herbst Apple Intelligence auf den Markt kommt, werden Apples generative KI und die verbesserte Siri nur für wenige Geräte zur Verfügung stehen – zumindest im Mobilbereich. Nur das iPhone 15 Pro und das 15 Pro Max sowie vermutlich die neuen iPhone-16-Modelle, die im September erwartet werden, werden unterstützt. Auf dem Mac hingegen will Apple alle Apple Silicon-Modelle ab dem M1 unterstützen. Warum Apple Intelligence so hohe Ansprüche an die Hardware stellt, hat Apple nicht kommentiert – bis jetzt.
Alte Hardware, neue Probleme
Laut John Giannandrea, Apples KI-Chef, liegt das Problem in der Leistungsfähigkeit der älteren Neural-Engine-Module in den Apple-Chips. Die geplanten lokalen Sprachmodelle könnten theoretisch auch auf „sehr alten“ Geräten laufen, aber „das wäre so langsam, dass es nicht nützlich ist.“ Es gehe also nicht um das Verkaufen neuer iPhones. „Nein, ganz und gar nicht. Sonst wären wir doch schlau genug gewesen, einfach auch unsere neuesten iPads und Macs zu nehmen, oder?“
Mehr als nur Marketing
Tatsächlich neigte Apple in der Vergangenheit dazu, bestimmte High-End-Features nur den neuesten iPhones vorzubehalten. Doch zentrale Neuerungen erhielten oft auch ältere Geräte. Beim langsamen Rollout von Apple Intelligence scheint dies nun aber nicht mehr die Strategie zu sein. Die neueren Neural Engines und der höhere Speicherbedarf spielen eine entscheidende Rolle. So verfügen die Standardmodelle des iPhone 15 über 6 statt 8 GByte RAM. Intern soll Apple bereits festgelegt haben, dass es mindestens 8 GByte RAM sein müssen, um Apple Intelligence zu nutzen. Das passt zum Support von M1-SoCs in Mac und iPad, die ebenfalls mindestens 8 GByte haben.
Zukunftspläne und Herausforderungen
Beim iPhone 16 soll Apple planen, verschiedene Varianten des neuen A18-SoC einzubauen – eine Standardversion und eine Pro-Variante für iPhone 16 Pro und 16 Pro Max. Alle werden jedoch standardmäßig zu Apple Intelligence kompatibel sein. Neben der technischen Seite gibt es auch politische Hürden: Apple wird erst 2025 dazu kommen, mehr Sprachen als US-Englisch zu unterstützen. Zudem könnte die EU-Regulierung den Konzern daran hindern, sein Angebot schnell weltweit auszudehnen. Kritiker sehen dieses Argument jedoch als vorgeschoben und meinen, es diene vor allem dazu, Druck auf Brüssel aufzubauen.
Fazit
Die Einführung von Apple Intelligence zeigt, wie technische und politische Faktoren die Verfügbarkeit neuer Funktionen beeinflussen können. Während einige Nutzer enttäuscht sein könnten, dass ihre relativ neuen Geräte nicht unterstützt werden, zeigt Apple dennoch, dass die Anforderungen für die neuen KI-Funktionen nicht nur marketinggetrieben sind. Wer die volle Leistung und Funktionalität von Apple Intelligence erleben möchte, wird sich wohl oder übel auf die neuesten Modelle einlassen müssen – oder auf die Entwicklung der nächsten Generation warten.
