Die Games-Förderung der Bundesregierung steht auf dem Prüfstand: Der Bundesrechnungshof hat in einem aktuellen Bericht scharfe Kritik an den Fördermaßnahmen geäußert. Besonders bemängelt wird, dass Entwicklerstudios die erhaltenen Fördermittel nicht zurückzahlen müssen, selbst bei wirtschaftlichem Erfolg ihrer Spieleprojekte.
In dem Prüfbericht wird auch die Zuständigkeit des Bundes für die Spieleförderung infrage gestellt. Der Bundesrechnungshof sieht diese Aufgabe eher bei den Ländern und fordert eine Klarstellung seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Verkehr. „Ohne klare Finanzierungskompetenz sollte der Bund die Förderung einstellen“, heißt es weiter.
Der Branchenverband game reagiert auf den Bericht mit Unverständnis. Geschäftsführer Felix Falk weist darauf hin, dass Deutschland aufgrund früherer Bedenken gegenüber Computerspielen internationale Potenziale verpasst habe. Eine wettbewerbsfähige Games-Förderung sei unerlässlich, um diesen Rückstand aufzuholen.
Bisher wurden über 500 Projekte durch die Games-Förderung unterstützt, wobei der Bund jährlich mindestens 50 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Doch die Förderung ist momentan eingefroren, da die Mittel bereits für kommende Jahre verplant sind und im Bundeshaushalt 2024 keine zusätzlichen Gelder vorgesehen sind.
Unabhängig von der Games-Förderung sind jedoch im Bundeshaushalt 100 Millionen Euro für die Unterstützung der deutschen Spielebranche eingeplant, die über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt werden sollen.
Die Diskussion über die Zukunft der Games-Förderung wird weiterhin kontrovers geführt werden, während Entwickler, Verbände und die Politik nach einer Lösung suchen, die sowohl den wirtschaftlichen Erfolg als auch die Förderung innovativer Spieleprojekte sicherstellt.
