Immobilienfonds im freien Fall: UniImmo Wohnen ZBI stürzt ab

Die Immobilienwelt steht Kopf: Quasi über Nacht wurde der offene Immobilienfonds UniImmo Wohnen ZBI um dramatische 17 Prozent abgewertet. Was steckt hinter diesem Einbruch und wie reagieren die Anleger?

Ein Schlag ins Kontor

Der UniImmo Wohnen ZBI von Union Investment, der als sicherer Hafen für Immobilienanleger galt, hat eine historische Abwertung von fast 17 Prozent erfahren. Der Fonds, der einst einen Anteilspreis von 50,74 Euro hatte, liegt nun bei nur noch 42,26 Euro pro Anteil. Dies ist der größte Tagesverlust eines Immobilienfonds seit der Finanzkrise 2008, wie das Handelsblatt berichtet. Die Süddeutsche Zeitung war die erste, die diese dramatische Entwicklung publik machte.

Ursachen für den Einbruch

Union Investment begründet die Abwertung mit einer Reihe von Faktoren, die seit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg die Immobilienmärkte beeinflussen. Der rasante Zinsanstieg, explodierende Baukosten und strengere regulatorische Vorschriften haben zu einem drastischen Rückgang der Investorennachfrage geführt. Trotz Mieterhöhungen und einer sinkenden Leerstandsquote konnte sich der Fonds diesen Marktentwicklungen nicht entziehen.

Auswirkungen auf die Anleger

Für viele Anleger war der UniImmo Wohnen ZBI eine scheinbar sichere Anlage. Doch die drastische Abwertung hat nun Besorgnis ausgelöst. Anleger können nicht einfach so aus dem Fonds aussteigen; das ist erst 24 Monate nach dem Kaufdatum möglich und dann nur mit einer Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Alternativ können sie ihre Anteile sofort an der Börse verkaufen, müssen dabei aber oft mit Preisabschlägen rechnen.

Beruhigungsversuche der Union Investment

Um die Gemüter zu beruhigen, hat Union Investment ein Schreiben an die Anleger verschickt. Darin heißt es, der Großteil der Bewertungsanpassungen sei „aus heutiger Sicht vollzogen“. Allerdings hängt dies von der Stabilität des Marktumfelds und der Anzahl der Anteilscheinrückgaben ab. Union Investment ist jedoch überzeugt, dass Wohnimmobilien weiterhin eine attraktive Anlageklasse bleiben und die steigende Nachfrage nach Wohnungen zu höheren Mieteinnahmen führen könnte.

Blick in die Zukunft

Ist der Einbruch des UniImmo Wohnen ZBI ein Vorbote für weitere schlechte Nachrichten in der Immobilienfondsbranche? Analystin Sonja Knorr von Scope Fund Analysis glaubt das nicht. Abwertungen in gleicher Größenordnung bei anderen großen Immobilienfonds seien unwahrscheinlich. Der UniImmo Wohnen ZBI habe einige Besonderheiten, wie ein Portfolio, das überwiegend in der Hochpreisphase aufgebaut wurde, und einen überdurchschnittlich hohen Leerstand.

Höheres Risiko in Sicht

Dennoch könnten auch andere Immobilienfonds gezwungen sein, Immobilien mit Abschlägen zu verkaufen, was die Anteilspreise belasten würde. Union Investment hat auf Anfrage von tagesschau.de erklärt, dass die Risikoeinstufung des Fonds aufgrund der gestiegenen Volatilität ansteigen wird. Die frühere Einstufung als risikoarme Anlage sei jedoch korrekt gewesen und erfolgte im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben.

Fazit

Der dramatische Einbruch des UniImmo Wohnen ZBI hat die Anleger erschüttert und die Immobilienbranche in Aufruhr versetzt. Während Union Investment versucht, die Wogen zu glätten, bleibt die Zukunft des Fonds und der gesamten Branche ungewiss. Anleger sollten ihre Optionen genau prüfen und sich auf eine möglicherweise längere Zitterpartie einstellen.

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