CDU-Klausur: Ost-Wind und Politik-Finte

Die CDU-Spitze trifft sich zur Klausur – und der Osten ist Thema.

Die CDU sieht düsteren Zeiten entgegen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Die AfD macht Druck, und das nicht zu knapp. Deshalb lud Parteichef Friedrich Merz zum großen Gipfeltreffen nach Berlin, um über Strategien zu grübeln. Sogar ein Soziologe durfte ran, um zu erklären, warum der Osten anders tickt. Da fehlte nur noch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer – Terminprobleme, hieß es. Wahrscheinlicher ist wohl, er wollte einfach nicht.

Ost-West-Gefälle: Wo bleibt die Einigkeit?

Nach dem Europawahl-Frust war Kretschmer schon mal auf Krawall gebürstet. Er mäkelte über falsche Themen und Europa, das kein Friedensstifter sei. Dabei hätte manch einer gerne gewusst, ob er die eigene Truppe oder doch eher die Bundesregierung im Visier hatte. Die Rolle des Osterklärers übernahm dann ein anderer: Soziologe Steffen Mau, der in seinem Buch „Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt“ die kulturellen Unterschiede betonte. Mehr Bürgerbeteiligung, weniger Schelte – das schwebt Generalsekretär Carsten Linnemann vor.

Wahlkampf à la CDU: Mit Holzbank gegen den Populismus

Jan Redmann, Spitzenkandidat in Brandenburg, zieht derweil mit einer Holzbank durchs Land, um das Gespräch zu suchen. Eine Anti-Populismus-Offensive, die aber schon öfter gehört wurde. Dennoch sind die Ostverbände froh über das Interesse der Parteispitze, auch wenn das nicht immer so war. „Auf rohen Eiern laufen“ ist sprichwörtlich für den Umgang mit dem Osten in der CDU.

Kontroverse um Bündnisse: BSW und die CDU

Die Frage, mit wem man koaliert, wenn AfD und Linke nicht ins Parlament einziehen, beschäftigt auch die CDU. Friedrich Merz hat mit seiner Aussage über das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) für Wirbel gesorgt. Er schloss eine Zusammenarbeit öffentlich aus – was besonders in Dresden, Erfurt und Potsdam die Nerven strapazierte. Die CDU-Ostler wollen sich da nicht reinreden lassen. Ob das gut geht, bleibt abzuwarten.

Fazit: Spannende Zeiten für die CDU im Osten

Die Klausur war ein Anfang, mehr nicht. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die CDU im Osten Fuß fassen kann oder ob sie auf dem politischen Parkett stolpert. Fest steht: Wenn die Wagenknecht-Partei ins Spiel kommt, könnten die Drähte in der Parteizentrale wieder glühen. Und das nicht nur in Berlin.


Ein Blick hinter die Kulissen der CDU-Klausur – mit viel Ostwind und politischer Finesse.

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