Die israelische Armee hat als Reaktion auf einen Angriff der Huthi-Miliz Ziele im Jemen bombardiert. Betroffen war die Hafenstadt Hudaida, und es soll mehrere Tote und Verletzte gegeben haben. Israel sprach von einem „klaren Signal“. Was steckt hinter diesem Angriff und was sind die Hintergründe? Hier ein sachlicher Überblick.
Vergeltungsangriff auf Huthi-Stellungen
Die israelische Armee hat militärische Ziele der Huthi in der Hafenstadt Hudaida am Roten Meer angegriffen. Laut israelischem Militär ist dies eine Reaktion auf hunderte Angriffe der Huthis gegen Israel in den vergangenen Monaten. Zuletzt hatten die Huthi sogar mit einer Drohne Tel Aviv attackiert, wobei ein israelischer Staatsbürger getötet und vier weitere verletzt wurden.
Der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah berichtete, dass Israel Treibstofflager im Hafen von Hudaida angegriffen habe. Das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium meldete mehrere Todesopfer und Verletzte. Einwohner berichteten von intensiven Bombardements, die in der ganzen Stadt zu hören waren. Auf Bildern in sozialen Medien war ein Großbrand am Hafen zu sehen, mit hohen Flammen und dunklem Rauch.
Israel sendet „klares Signal“
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, dass der Angriff im Jemen ein klares Signal an die Feinde Israels senden solle. Über den Hafen von Hudaida seien Waffen aus dem Iran geliefert worden, was ihn zu einem strategischen Ziel machte. Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant betonte nach einem Sicherheitsbriefing: „Das Feuer, das jetzt im Jemen brennt, sieht man im gesamten Nahen Osten und es sendet ein klares Signal.“ Der Angriff sei als Vergeltung erfolgt, weil ein israelischer Staatsbürger bei dem Drohnenangriff getötet worden sei.
Kein gemeinsamer Angriff
Einige Berichte, darunter vom saudischen Nachrichtenkanal Al-Arabija, hatten zuvor suggeriert, dass es sich um einen gemeinsamen Angriff von Israel, Großbritannien und den USA handelte. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari widersprach dem jedoch und stellte klar, dass Israel den Luftangriff alleine durchgeführt habe.
Reaktionen der Huthi-Miliz
Die Huthi-Miliz sprach von einem Angriff auf „zivile Einrichtungen“ und drohte mit Vergeltung. Huthi-Sprecher Mohammed Abdel Salam erklärte, dass Öl- und Stromanlagen angegriffen worden seien. Der Oberste Politische Rat der Huthi kündigte eine „wirksame Antwort“ an. Die Huthi-Miliz gehört wie die libanesische Hisbollah zur vom Iran geführten sogenannten „Achse des Widerstandes“ und ist mit der radikalen Palästinenserorganisation Hamas verbündet.
Hintergrund des Konflikts
Die Huthi-Miliz greift immer wieder Schiffe im Roten Meer und im angrenzenden Golf von Aden an, die sie mit Israel in Zusammenhang bringt. Sie haben wiederholt Drohnen und Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert, um ein Ende des Gaza-Krieges und den Rückzug der israelischen Truppen aus dem Palästinenser-Gebiet zu erzwingen. Nach westlichen Erkenntnissen wird die Huthi-Miliz massiv vom Iran unterstützt, Israels Erzfeind.
Dieser jüngste Schlagabtausch zeigt erneut die volatile Situation im Nahen Osten und die weitreichenden Auswirkungen des Konflikts zwischen Israel und den vom Iran unterstützten Gruppen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird und ob es zu weiteren Eskalationen kommt. Bleiben Sie informiert und bewahren Sie einen kühlen Kopf – auch wenn die Nachrichtenlage hitzig ist.
