Das politische Klima in Deutschland wird rauer, und die Zahl der tätlichen Angriffe auf Politikerinnen und Politiker nimmt zu. Eine neue Studie der Universität Bielefeld beleuchtet nun einen besorgniserregenden Trend: Die AfD-Anhängerschaft zeigt eine signifikant höhere Bereitschaft zur politischen Gewalt im Vergleich zu Wählenden anderer Parteien.
Gewaltbereitschaft bei AfD-Wählenden
Laut der Studie, die auf Daten der bevölkerungsrepräsentativen Mitte-Studie vom Frühjahr 2023 basiert, billigt fast ein Viertel der befragten AfD-Wählenden politische Gewalt. Über die Hälfte der Anhängerschaft sieht Gewalt als Grauzone oder akzeptiert sie zumindest. Zum Vergleich: Bei Wählerinnen und Wählern der Union liegt die Zustimmung zur Gewalt bei 9,5 Prozent, bei der SPD bei 9 Prozent. Noch geringer ist die Gewaltbereitschaft bei der Linken (4 Prozent) und den Grünen (3 Prozent).
Die Ergebnisse verdeutlichen eine gefährliche Radikalisierung innerhalb der Partei und ihrer Basis. Ein klares Nein zu Gewalt äußern nur 48,5 Prozent der AfD-Anhängerschaft – weit weniger als die Mehrheit in anderen Parteien. Bei der Union lehnen 74 Prozent Gewalt ab, bei der SPD sind es sogar 79 Prozent.
Sprachliche Gewaltbereitschaft und Feindbilder
Andreas Zick, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, sieht die höhere Gewaltbereitschaft in der Sprache und Rhetorik der AfD begründet. „Der Ton in der AfD ist aggressiver als bei anderen Parteien“, erklärt Zick. „Es werden sehr aggressive Feindbilder, auch menschenfeindliche und stereotype Meinungen über Minderheiten geteilt.“
Zick führt weiter aus, dass die AfD ihre Politik als Widerstand gegen „das System“ und „die da oben“ darstellt, was die Billigung von Angriffen gegen andere erhöht.
Auswirkungen auf die parlamentarische Arbeit
Diese Gewaltbereitschaft spiegelt sich auch in den Parlamenten wider. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen AfD-Abgeordnete Straftaten begangen haben. Viele Landesverbände der Partei werden mittlerweile als rechtsextremistisch eingestuft oder vom Verfassungsschutz als Verdachtsfälle beobachtet.
Fazit
Die Studie der Universität Bielefeld zeigt, dass ein erheblicher Teil der AfD-Anhängerschaft politische Gewalt entweder toleriert oder sogar billigt. Diese Erkenntnisse werfen ein beunruhigendes Licht auf die politischen Entwicklungen und die gesellschaftliche Polarisierung in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Akteure und die Gesellschaft auf diese alarmierenden Ergebnisse reagieren werden.
