Manipulierte Rede von Kamala Harris: Ein Faktencheck mit Humor

In den Weiten des Internets finden sich immer wieder kuriose Inhalte. Aktuell sorgt ein Video von US-Vizepräsidentin Kamala Harris für Aufsehen, in dem sie angeblich verwirrende Aussagen macht. Doch wie so oft in der digitalen Welt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Lassen Sie uns gemeinsam in diese Geschichte eintauchen und die Wahrheit aufdecken.

Die Behauptung

Ein Video zeigt Kamala Harris, wie sie bei einer Rede auf Englisch angeblich sagt: „Heute ist heute. Und gestern war heute gestern. Und morgen wird heute morgen sein. Also lebe heute, damit die Zukunft heute so ist wie die Vergangenheit heute, wie sie morgen ist.“ Klingt verrückt? Das fanden auch Millionen Nutzer auf Plattformen wie X (ehemals Twitter), YouTube und Telegram. Besonders brisant: Das Video verbreitet sich seit Monaten und erlebt nun, nach dem Verzicht von Joe Biden auf eine weitere Präsidentschaftskandidatur, einen erneuten Aufschwung.

Die Bewertung

Manipuliert. Die angebliche Rede ist eine Fälschung. Dem Original-Video von April 2023 wurde eine andere Audiospur hinzugefügt. Diese stammt laut eigenen Angaben von einer Harris-Imitatorin.

Der Faktencheck

Unter den Beiträgen zum Video verweisen einige Nutzer auf einen Faktencheck von Reuters aus dem Jahr 2023. Demnach stammt das Original von einer Rede von Harris an der Howard Universität am 25. April 2023. Ein 30-sekündiger Ausschnitt wurde unter anderem von der New York Post veröffentlicht, und die gesamte knapp 25-minütige Rede ist auch auf Facebook zu finden.

Was Kamala Harris wirklich sagte

Im Original sagt Harris an der fraglichen Stelle: „Ich denke, es ist sehr wichtig, wie Sie von so vielen unglaublichen Führungspersönlichkeiten gehört haben, dass wir in jedem Augenblick – und ganz sicher in diesem – den Augenblick sehen, in dem wir existieren und gegenwärtig sind, und dass wir in der Lage sind, ihn in einen Kontext zu stellen, zu verstehen, wo wir in der Geschichte und im Augenblick stehen, und zwar nicht nur in Bezug auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Zukunft.“

Ein Transkript der Rede findet sich auch auf der Webseite des Weißen Hauses. Harris sprach kurz nach dieser Passage über Abtreibungsrechte: „Das Recht, über den eigenen Körper zu entscheiden, ist in Gefahr“, sagte sie. Die wirren Aussagen, die ihr in dem Fake-Video angedichtet werden, fallen nicht.

Die Quelle der manipulierten Tonspur

Schon im Mai 2023 meldete sich auf X eine Nutzerin zu Wort, die angibt, ihre Stimme sei in dem Fake-Video zu hören. Sie beschreibt sich selbst als Harris-Imitatorin und veröffentlicht regelmäßig Videos, in denen sie die Vizepräsidentin nachahmt. Am 13. Juni 2023 veröffentlichte sie auf ihrem X-Account ein Video, das sie „ein Rätsel von Kamala Harris“ nennt. Darin sagt sie die wirre Passage, die über die Bilder der Rede gelegt wurde.

Auf Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck, wann sie das Audio zum ersten Mal veröffentlichte und ob sie auch die gefälschte Video-Version gebaut hat, antwortete sie bis zur Veröffentlichung nicht.

Fazit

In einer Zeit, in der Fake News und manipulative Inhalte im Netz kursieren, ist es wichtig, kritisch zu bleiben und Fakten zu überprüfen. Das Video von Kamala Harris ist ein gutes Beispiel dafür, wie leicht sich Inhalte manipulieren lassen und wie schnell sie sich verbreiten. Also, das nächste Mal, wenn Sie auf ein skurriles Video stoßen, denken Sie daran: Nicht alles, was im Internet glänzt, ist wahr. Und manchmal steckt hinter einer vermeintlichen Nachricht einfach nur eine gute Portion Humor – oder eine geschickte Imitation.

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