Die unscheinbare Krise in der Heiztechnik
Wer dachte, der Winter sei der einzige, der uns kalte Füße machen kann, hat sich getäuscht: Der Markt für Wärmepumpen in Deutschland steckt derzeit in der Kälte. Während die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel formuliert hat, dass ab 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden sollen, sieht die Realität aktuell ganz anders aus.
Ein massiver Rückgang
Im ersten Halbjahr 2024 wurden laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) nur 90.000 Wärmepumpen verkauft – das sind erschreckende 54 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch der Gesamtabsatz aller Heizsysteme ist um 43 Prozent zurückgegangen. Der Hype aus dem Jahr 2023, als 356.000 Wärmepumpen den Besitzer wechselten, ist erst einmal vorbei. Damals sorgten die hohen Gaspreise und Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg für einen regelrechten Ansturm auf die klimafreundlichen Heizsysteme.
Der Winter ist noch lange nicht vorbei
Die Hersteller gehen für das restliche Jahr von einem Absatz von etwa 200.000 Wärmepumpen aus. Das ist zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber den aktuellen Zahlen, bleibt aber weit hinter dem Ziel der Bundesregierung zurück. Der BDH hofft nun auf politische Impulse, um die Lage zu verbessern. Die Erwartungen für den Herbst sind jedoch eher gedämpft, und die Hersteller blicken pessimistisch in die Zukunft.
Förderungen und Zukunftsaussichten
Es gibt Licht am Ende des Tunnels: Ab Ende August 2024 können auch Eigentümer von vermieteten Einfamilienhäusern sowie Eigentümer von Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften Förderanträge stellen. Die staatliche Förderbank KfW bietet eine Förderung von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten, die maximal bei 30.000 Euro für ein Einfamilienhaus liegen. Neben der Grundförderung gibt es auch einen Speed-Bonus und einen Einkommensbonus.
Was nun?
Die Hoffnung der Branche ruht nun auf diesen Förderungen und der Unterstützung durch die Politik. Der BDH fordert ein klares Signal der Bundesregierung, um das Vertrauen in die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme zu stärken. Ob die Maßnahmen ausreichen werden, um die Marktstimmung aufzuhellen und die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, bleibt abzuwarten.
Der Fall der Wärmepumpen zeigt einmal mehr, dass selbst gut gemeinte Klimaziele und staatliche Förderungen ihre Tücken haben können. Während der Winter naht, bleibt es spannend, ob sich der Markt für Wärmepumpen wieder erholen wird oder ob die kalte Realität noch eine Weile anhalten wird.
