Starmer und sein Team entdecken ein „schwarzes Loch“ in den öffentlichen Finanzen
Wenige Wochen nach der Wahl steht die neue Labour-Regierung unter Premierminister Keir Starmer vor einer herkulischen Aufgabe: Großbritanniens Finanzen sind in einem desaströsen Zustand. Die vorherige Regierung der Konservativen Partei, angeführt von Rishi Sunak, hat ein massives Haushaltsloch hinterlassen. Finanzministerin Rachel Reeves spricht von einem „schwarzen Loch“ in Höhe von 20 Milliarden Pfund (rund 23,7 Milliarden Euro).
Ein geerbtes Desaster
Reeves wird heute eine detaillierte Bewertung der öffentlichen Finanzen präsentieren. Die Untersuchung zeigt, dass die konservative Regierung umfangreiche Finanzierungszusagen gemacht hat, ohne die nötigen Mittel dafür bereitgestellt zu haben. „Die Einschätzung wird zeigen, dass Großbritannien pleite und gebrochen (broke and broken) ist“, so ein Sprecher von Premierminister Starmer.
Ehrlichkeit ist die beste Politik
Umweltminister Steve Reed beschuldigte den Ex-Premier Sunak, das wahre Ausmaß der finanziellen Schieflage bewusst verschwiegen zu haben. „Wir werden nicht davor zurückschrecken, der Öffentlichkeit gegenüber ehrlich bezüglich der Realität zu sein, die wir geerbt haben“, erklärte Pat McFadden, ein ranghohes Kabinettsmitglied. Die Labour-Regierung hat sich vorgenommen, „Großbritannien zu reparieren“, koste es, was es wolle.
Konservative wittern Steuererhöhungen
Die Konservative Partei, die Großbritannien in den letzten 14 Jahren regierte, vermutet hinter den Aussagen der Labour-Regierung einen Vorwand für geplante Steuererhöhungen. Während des Wahlkampfs hatte Labour versprochen, keine Steuern für Arbeiter zu erhöhen und stattdessen durch ein schnelleres Wirtschaftswachstum die notwendigen zusätzlichen Einnahmen zu generieren.
Ein neuer Anfang für die Konservativen
Nach der Wahlniederlage sind die britischen Konservativen dabei, sich neu aufzustellen. Auch die ehemalige Innenministerin Priti Patel will die Nachfolge von Sunak antreten. „Ich kann uns in der Opposition führen und unsere Partei einen und uns mit Geschlossenheit, Erfahrung und Stärke für die nächste Wahl fit machen“, schrieb sie auf X und im konservativen The Telegraph. Mit Patel sind nun fünf Kandidaten im Rennen um die Sunak-Nachfolge. Ex-Premier Sunak hat nach der Wahlpleite nicht nur die Downing Street verlassen, sondern kündigte auch seinen Rücktritt als Parteivorsitzender an. Bis Anfang November soll ein neuer Parteichef gewählt werden.
Eine Korrektur am Rande
In einer früheren Version des Textes hieß es, dass sich erstmals eine Frau um den Vorsitz der Konservativen Partei bewirbt. Das war ein Fehler. Es gab bereits weibliche Parteivorsitzende wie Margaret Thatcher und Liz Truss. Dieser Fehler wurde inzwischen korrigiert.
Fazit: Ein steiniger Weg für Labour
Die Labour-Regierung steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Mit einem milliardenschweren Haushaltsloch und einem finanziellen Scherbenhaufen müssen Premierminister Starmer und sein Team dringend Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Labour diesen Kraftakt meistern kann.
