Zwei Wochen nach der spektakulären Blockade des Frankfurter Flughafens durch die Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ gehen Polizei und Staatsanwaltschaft nun gegen die Aktivisten vor. Der Flughafenverband hat indes ein Angebot für einen Dialog gemacht.
Razzia nach Flughafen-Blockade
Am 25. Juli 2024 hatten acht Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ den Flughafen Frankfurt am Main lahmgelegt, indem sie sich auf dem Flughafengelände festklemmten. Ihre Aktion führte dazu, dass etwa 230 von 1.400 geplanten Flügen ausfielen. Die Polizei nahm die Aktivisten vorübergehend fest, ließ sie aber später wieder frei.
Nun hat die Polizei die Wohnungen der Aktivisten in mehreren Bundesländern durchsucht. Die Razzien fanden in Berlin, Leipzig, Freiburg, Halle und Mannheim statt. Ein Sprecher der Frankfurter Polizei bestätigte die Durchsuchungen im Zusammenhang mit der Flughafen-Blockade.
Ermittlungen und Vorwürfe
Gegen die Aktivisten wird wegen Nötigung, gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Durchsuchungen erfolgten auf Basis von Durchsuchungsbeschlüssen, und den Beschuldigten wurden DNA-Proben entnommen, um diese mit möglichen Spuren abzugleichen.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) begrüßte die Maßnahmen und betonte, dass die Aktivisten „die Härte unseres Rechtsstaats spüren“ müssten. Er äußerte die Hoffnung, dass es bald zu einer deutlichen Bestrafung komme.
Reaktionen der „Letzten Generation“
Die „Letzte Generation“ wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Durchsuchungen als „Einschüchterungsversuch“, der „traumatische Folgen“ für die Betroffenen habe. Die Gruppe betonte, dass sie zu ihrem Handeln stehe und dies mit „Namen und Gesicht“ vertrete.
Gesprächsangebot des Flughafenverbandes
Der Flughafenverband ADV hat auf die Aktion der Aktivisten reagiert, indem er ein Gesprächsangebot unterbreitete. In einem offenen Brief erklärte der Verband: „Es ist unbestreitbar, dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darstellt. Kriminelle Blockaden von Flughäfen tragen jedoch nicht zur Lösung bei.“ Der Verband möchte die Aktivisten in einem Gespräch über die aktuelle Klimapolitik und die Maßnahmen der Flughäfen informieren und über die Auswirkungen der Blockade auf die Sicherheit der Flughäfen diskutieren.
Fazit
Die Durchsuchungen bei den Klimaaktivisten zeigen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft entschlossen gegen Aktionen vorgehen, die als rechtswidrig angesehen werden. Während die „Letzte Generation“ die Maßnahmen als Einschüchterung empfindet, bemüht sich der Flughafenverband um einen konstruktiven Dialog, um die Klimapolitik und die Sicherheitsbelange der Flughäfen zu besprechen. Die Entwicklung wird zeigen, wie sich die Situation zwischen Aktivisten und Flughafenbetreibern weiterentwickelt.
