In der Flugblatt-Affäre hat sich der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber kritisch über das Verhalten von Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger geäußert. Huber sagte im Deutschlandfunk, dass Aiwangers Methoden denen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ähneln würden.
«Man nimmt gar nicht zur Kenntnis, dass es Vorwürfe gibt. Man leugnet das einfach. Man droht mit Klage. Zweitens: Man macht sich zum Opfer. Das hat schon Ähnlichkeiten mit dem Trumpismus», sagte Huber.
Aiwanger hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe schriftlich entschuldigt, aber bestritten, das Flugblatt verfasst zu haben. Er hatte auch erklärt, dass er sich nicht daran erinnern könne, als Schüler den Hitlergruß gezeigt zu haben.
Huber kritisierte Aiwangers Antworten auf die 25 Fragen von Ministerpräsident Markus Söder. «Die Aussage, ich kann mich nicht erinnern, die spricht ja für sich. Das heißt also, Hubert Aiwanger hat eigentlich gar keinen Aufklärungswillen.»
Huber betonte jedoch, dass er Söders Entscheidung, Aiwanger im Amt zu lassen, richtig finde. «Vier Wochen vor der Landtagswahl eine Regierungskrise heraufzubeschwören, das ist natürlich sinnlos. Er hatte leider da keine andere Wahl.»
Von Aiwanger erwarte Huber nun «mehr Offenheit, mehr Klarheit und auch eine echte Entschuldigung».
Meinung:
Hubers Kritik an Aiwanger ist nachvollziehbar. Aiwangers Verhalten in der Flugblatt-Affäre ist in der Tat problematisch. Er hat die Vorwürfe zunächst bestritten, sich dann aber entschuldigt, ohne sich zu den Vorwürfen selbst zu äußern. Seine Antworten auf Söders Fragen waren ebenfalls unbefriedigend.
Es bleibt abzuwarten, ob Aiwanger in Zukunft ein anderes Verhalten zeigen wird. Sollte er weiterhin seine Unschuld beteuern, ohne sich den Vorwürfen zu stellen, wird er sich weiter dem Vorwurf des Trumpismus ausgesetzt sehen.
