In der bayerischen Politik brodelt es, und der Grund dafür ist Hubert Aiwanger, der Vorsitzende der Freien Wähler und bayerische Wirtschaftsminister. Selbst nachdem er die Affäre um ein antisemitisches Hetzblatt aus den 80er-Jahren für abgeschlossen erklärt hat, hält die Kritik an ihm an. Dieses Mal sind es jedoch keine geringeren als die CSU-Politiker Erwin Huber und Theo Waigel, die ein Protestschreiben gegen ihn verfasst haben.
Die Namen Erwin Huber und Theo Waigel sind in der bayerischen Politik keine Unbekannten. Beide haben wichtige Positionen in der CSU bekleidet, und nun äußern sie scharfe Kritik am Verhalten von Hubert Aiwanger in der Hetzblatt-Affäre. In einem gemeinsamen Positionspapier lassen sie keinen Zweifel daran, dass Aiwanger seiner Partei, der Demokratie und sich selbst einen großen Dienst erwiesen hätte, wenn er von Anfang an klar und umfassend auf die Vorwürfe reagiert und sich entschuldigt hätte.
Huber und Waigel sehen in Aiwangers Umgang mit einem Vorfall, der sich vor 35 Jahren ereignete, und seiner Reaktion auf die Veröffentlichungen ernsthafte Zweifel an der Art und Weise, wie er seine Jugendsünde angegangen ist. Sie betonen, dass jemand, der in freier Rede brilliert und ein gutes Gedächtnis beweist, nicht einfach Erinnerungslücken als Entschuldigung vorbringen sollte, wie es Aiwanger getan hat.
Die Verbindung zwischen der öffentlichen Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit und der Shoah als „Hexenjagd“ zu bezeichnen, halten Huber und Waigel für unverständlich und fehlgeleitet. Ihrer Meinung nach muss der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns in Zukunft beweisen, wie er alle Bürger repräsentieren und in der Bundes- und Europapolitik vertreten kann.
Gleichzeitig zeigen die beiden Politiker Verständnis für die Entscheidung von Ministerpräsident Markus Söder, Aiwanger nicht zu entlassen. Sie betrachten diese Entscheidung als staatspolitisch fundiert und überzeugend begründet. Für Huber und Waigel geht es hier nicht nur um die Person Aiwanger, sondern auch um die Gefahren für die Demokratie und den politischen Prozess. Sie sind der Ansicht, dass Aiwanger in den letzten 15 Jahren kaum ein Thema ausgelassen hat, um populistische Stimmungen zu schüren und zu verbreiten, einschließlich seiner Rolle in der Debatte über die Corona-Politik und die Impfmaßnahmen.
Erwin Huber und Theo Waigel, die beide in der Vergangenheit hohe Partei- und Regierungsämter bekleidet haben, erheben ihre Stimme in dieser wichtigen politischen Debatte und zeigen, dass die Affäre um Hubert Aiwanger noch lange nicht abgeschlossen ist.
