Markus Söder im Wahlkampf: Riese oder Scheinriese?

Die bayerische Landtagswahl rückt näher, und Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident und Vorsitzende der CSU, ist überall präsent. Auf dem „Bayern-Wimmelbild“ der CSU wird er gleichzeitig an verschiedenen Orten im Freistaat dargestellt, immer dreieinhalb Mal so groß wie die „Normalbürger“. Diese Darstellung als politischer Riese soll einen Trendumkehr im Wahlkampf einleiten.

Die CSU hat erkannt, dass es auf den Ministerpräsidenten, in diesem Fall Markus Söder, ankommt. Dies betont auch CSU-Generalsekretär Martin Huber, der den Slogan „Auf den Ministerpräsidenten kommt es an“ für den Wahlkampfendspurt ausgibt. Bei ihrem Parteitag soll Markus Söder wiedergewählt werden, und die Christsozialen wollen ihm den Rücken stärken. Denn laut Umfragen droht der CSU das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten.

Obwohl die CSU zunächst den Fokus auf die Kritik an der Berliner Ampelregierung gelegt hatte und die eigene Politik im Freistaat betonte, wirbelte die Debatte um den Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger die Landespolitik durcheinander. Die CSU verlor in der Sonntagsfrage und rutschte auf 36 Prozent ab.

Die Freien Wähler um Aiwanger sind für die CSU nicht nur ein Partner, sondern auch ein Konkurrent um konservative Wähler. Markus Söder versucht, mit Attacken auf die Grünen weniger die Grünen selbst zu treffen, sondern vor allem im Wettstreit mit den Freien Wählern keine Stimmen zu verlieren.

Die Flüchtlingspolitik wird im Schlussspurt des Wahlkampfs ein zentrales Thema, obwohl Söder ursprünglich versuchte, es zu vermeiden. Er will eine „grundlegende Wende“ in der deutschen Asylpolitik und muss gleichzeitig sein Versprechen einhalten, nicht in die Nähe der AfD-nahen Rhetorik von 2018 zu geraten.

Der CSU-Parteitag wird sich daher voraussichtlich stark um die Migrationsthematik drehen. Die Bemühungen um eine „grünere CSU“ wurden zugunsten der Ansprache der konservativen Wählerschaft ad acta gelegt.

Es bleibt abzuwarten, ob Markus Söders Darstellung als politischer Riese ausreicht, um die CSU in der bayerischen Landtagswahl zu stärken und die Trendumkehr zu schaffen, die die Partei dringend benötigt.

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