Die Zeitumstellung: Was sagt die Forschung dazu?

In der kommenden Nacht steht wieder die Zeitumstellung an, und die Uhr wird um eine Stunde zurückgestellt. Während die Diskussion darüber, ob wir dauerhaft die Sommer- oder Normalzeit beibehalten sollten, weiterhin andauert, werfen wir einen Blick auf das, was die Forschung zur Zeitumstellung zu sagen hat.

Der 29. Oktober markiert die Rückkehr zur Normalzeit, bei der wir eine Stunde zusätzlichen Schlaf bekommen. Diese Umstellung kann anfangs eine Belastung für unseren Körper darstellen, aber er kann sich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Die Idee, die Zeitumstellung abzuschaffen, wurde bereits europaweit diskutiert. Derzeit wird jedoch noch darüber gestritten, ob wir uns für die dauerhafte Normalzeit oder Sommerzeit entscheiden sollen. Umfragen haben gezeigt, dass die Deutschen eine klare Vorliebe für die Sommerzeit haben.

Die Schlafforschung hingegen empfiehlt die dauerhafte Normalzeit. Albrecht Vorster, ein Wissenschaftler von der Universitätsklinik für Neurologie in Bern, erklärt, dass die Normalzeit für uns besser ist. In einem Interview mit dem SWR betont er, dass die Normalzeit die Zeit ist, in der die Sonne mittags um 12:00 Uhr ihren höchsten Punkt erreicht und im Jahresdurchschnitt morgens um 06:00 Uhr aufgeht und abends um 06:00 Uhr untergeht.

Die Sommerzeit, die 1980 eingeführt wurde, sorgt durch die Verschiebung der Uhrzeit im März dafür, dass die Sonne im Jahresdurchschnitt erst um 7:00 Uhr aufgeht. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, sich an diese Umstellung anzupassen. Vorster erklärt, dass bei der Zeitumstellung im März, wenn wir eine Stunde früher aufstehen müssen, die Krankenhauseinweisungen in den folgenden zwei Tagen messbar ansteigen. Im Herbst hingegen, wenn uns eine Stunde geschenkt wird, haben die Menschen weniger Probleme mit der Umstellung.

Die Forschung zeigt auch, dass die Sommerzeit die sogenannten Eulen, also die späten Chronotypen, benachteiligt. Diese Gruppe hat Schwierigkeiten, sich an einen frühen Tagesbeginn anzupassen. Bildungsforscher fordern daher, Klassenarbeiten und Tests auf spätere Tageszeiten zu legen, um diese Benachteiligung auszugleichen.

Die Schlafforschung vergleicht die Uhrumstellung oft mit einem Jetlag. Die Umstellung des Körpers auf die Normal- oder Sommerzeit ist sogar schwieriger als bei einem herkömmlichen Jetlag, da wir am selben Ort bleiben und es daher keinen neuen Hell-Dunkel-Rhythmus gibt. Der Körper muss seinen eigenen Rhythmus an die Sonne anpassen, was Zeit und Geduld erfordert.

Möglicherweise kann Melatonin, das körpereigene Schlafhormon, bei Einschlafproblemen durch die Zeitumstellung helfen. Es gibt jedoch noch keine Studien, die diese Behauptung bestätigen.

Die Schlafforschung rät dazu, in der Woche nach der Zeitumstellung weniger streng mit sich selbst zu sein und so viel wie möglich nach draußen zu gehen, um Sonne zu tanken. Dies ist besonders wichtig, da im Herbst und Winter das Problem besteht, dass wir zu wenig Sonnenlicht bekommen. Berner Schlafforscher Vorster empfiehlt den Menschen, die im Herbst Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung haben, viel Zeit im Freien zu verbringen, um die Umstellung besser zu bewältigen.

Schließlich schlägt der Schweizer Wissenschaftler vor, die Zeitumstellung, wenn sie beibehalten werden sollte, in einen anderen Monat zu verlegen. Statt im März sollten die Uhren im April umgestellt werden, um die Beschwerden zu minimieren. Im März ist es unangenehm, zwei Wochen lang im Dunkeln aufstehen zu müssen, da die Sonne durch die Zeitumstellung zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegangen ist. Ende April hingegen geht die Sonne bereits früh genug auf.

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