Die BSW-Partei von Sahra Wagenknecht: Ein Name, der für Verwirrung sorgt

In den letzten Tagen sorgte Sahra Wagenknecht für Schlagzeilen, als sie die Gründung einer neuen Partei namens BSW ankündigte. Doch was denken die vielen bereits existierenden BSWs darüber?

Die Geschäftsführerin des „Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V.“ (BSW) Ute Wanschura, die gerade von der Aquanale in Köln zurückruft, nimmt es gelassen. Sie hat während der Messe zahlreiche Gespräche geführt und Kontakte geknüpft, ist aber nicht im Geringsten gestresst. Auf die Tatsache angesprochen, dass Sahra Wagenknecht ihre neue politische Bewegung „Bündnis Sahra Wagenknecht“ teilweise nach dem Schwimmbadverband benennt, antwortet Wanschura: „Soll sie machen.“

Doch nicht alle bestehenden BSWs sind so entspannt. Der „Bundesverband Solarwirtschaft“ (BSW Solarverband) berichtet von vermehrten Anfragen, die nichts mit ihrer Organisation zu tun haben. Sie hoffen, dass Sahra Wagenknecht den vollen Namen verwendet, um Verwechslungen zu vermeiden. Rechtlich haben sie jedoch keine Handhabe gegen die Verwendung der Abkürzung. Dies ist nicht das erste Mal, dass es Unstimmigkeiten bezüglich des BSW-Kürzels gibt, da es bereits in der Vergangenheit zu Konflikten mit dem Schwimmbadverband kam.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Solarverband und dem Schwimmbadverband über die Buchstaben B, S und W scheint jedoch längst beigelegt zu sein, wie Ute Wanschura betont. Sie sieht keine Verwechslungsgefahr zwischen ihrem Schwimmbadverband und Wagenknechts politischer Bewegung.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Markt für BSW-Kürzel bereits vor Wagenknechts Ankündigung umkämpft war. Es gibt zahlreiche Organisationen, die sich BSW nennen, darunter das Beamten Selbsthilfewerk (BSW), der Verband Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg (BSW), die Stiftung BSW der Deutschen Bahn, der Basketball-Zweitligist BSW Sixers aus Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen und die Berliner Service Werke Gebäudereinigung (BSW). Angesichts dieser Tatsache stellt sich die Frage, warum die Wagenknecht-Partei den Namen nicht genauer geprüft hat, bevor sie ihn in die Öffentlichkeit brachte.

Sahra Wagenknecht selbst erklärt, dass der Parteiname lediglich eine „Übergangslösung“ sei und sich die Partei irgendwann davon emanzipieren müsse. Der kreative Prozess der Namensfindung ist offensichtlich noch nicht abgeschlossen, aber eine Möglichkeit besteht darin, den bisherigen Namenszusatz zum Hauptnamen zu erklären: „Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit“ (BVG). Dies würde jedoch in Kurzform BVG ergeben, was bereits auf allen U-Bahnen in Berlin zu finden ist.

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