Die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie für das Jahr 2023 zeigt eine spürbare Normalisierung der Internet-Mediennutzung in Deutschland. Obwohl die Nutzung leicht zurückgegangen ist, bleibt sie auf einem hohen Niveau. Die Studie bietet interessante Einblicke in die Veränderungen der Internetnutzung in verschiedenen Altersgruppen und beleuchtet Trends, die den Wettbewerb digitaler Medienanbieter beeinflussen.
Internetnutzung auf hohem Niveau
Laut der Studie nutzen weiterhin 80 Prozent der Menschen in Deutschland ab 14 Jahren das Internet täglich. Besonders beeindruckend ist, dass noch nie so viele Menschen unterwegs online waren wie 2023. Die Internetnutzung erstreckt sich über verschiedene Altersgruppen, wobei bis zum 30. Lebensjahr praktisch alle täglich online sind.
Mobile Internetnutzung erreicht Höchstwert
Ein herausragendes Ergebnis der Studie ist der neue Höchstwert bei der mobilen Internetnutzung. 71 Prozent der Befragten geben an, mindestens einmal wöchentlich unterwegs online zu sein, was einem Anstieg von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei den 50- bis 69-Jährigen, die um 5 Prozentpunkte zugenommen haben.
Rückgang der Mediennutzung im Internet
Die Studie zeigt einen leichten Rückgang der Mediennutzung im Internet im Vergleich zum Vorjahr. Die tägliche Nutzung von Medieninhalten oder Streams hat sich um 21 Minuten auf durchschnittlich 139 Minuten pro Tag verringert. Dieser Rückgang ist auf den Wegfall der Corona-Einschränkungen zurückzuführen, da mehr Zeit für außerhäusige Aktivitäten aufgewendet wird.
Rückläufige Nutzerzahlen
Nicht nur die Nutzungsintensität, sondern auch die Zahl der Internetnutzer ist rückläufig. Dennoch bleiben die Werte über dem Niveau des Corona-Jahres 2021. Die Tagesreichweite für die mediale Internetnutzung sinkt leicht auf 65 Prozent. Die Nutzung von Texten im Internet ist um 8 Prozentpunkte auf 36 Prozent gesunken.
Erfolge der ARD/ZDF-Mediatheken
Die Mediatheken von ARD und ZDF verzeichnen eine Zunahme ihrer Nutzerzahlen. Mit 54 Prozent (ARD) bzw. 55 Prozent (ZDF) erreichen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Netflix und Amazon Prime Video führen weiterhin den Markt der Videostreamingdienste an, wobei Netflix mit 36 Prozent die Spitze behält.
Social Media und Messenger im Fokus
Die Studie widmet sich auch der Nutzung von Social Media und Messengern. Instagram führt mit 35 Prozent vor Facebook mit 33 Prozent in der wöchentlichen Nutzung. Die Nutzungsdauer beträgt durchschnittlich 31 Minuten pro Tag. Die Bekanntheit und Nutzung von ChatGPT, einer KI-Anwendung, zeigt ebenfalls erstaunliche Werte, wobei mehr als die Hälfte der Befragten bereits von Chatbots gehört hat.
Fazit: Normalisierte Internetnutzung prägt den Wettbewerb
Die Studie verdeutlicht, dass die Internetnutzung in Deutschland nach den Corona-Jahren auf einem hohen, aber normalisierten Niveau bleibt. Dies beeinflusst den Wettbewerb digitaler Medienanbieter, während die ARD/ZDF-Mediatheken ihre Reichweite ausbauen. Die Vielfalt der Online-Aktivitäten spiegelt sich in der Nutzung von Social Media, Messengern und innovativen Anwendungen wie ChatGPT wider.
