In den USA häufen sich derzeit Klagen gegen prominente Persönlichkeiten wegen mutmaßlichem Missbrauch. Der Grund für diese Klagewelle liegt in einer besonderen Frist, die im Bundesstaat New York ablief. Ein Jahr lang hatten Opfer sexueller Übergriffe Zeit, längst verjährte Fälle anzuzeigen, und dies führte zu einer Vielzahl von Klagen gegen Prominente aus Politik, Musik und Film.
Kurz vor dem Ablauf der einjährigen Frist erweiterte sich die Liste der Beschuldigten dramatisch. Oscar-Preisträger Jamie Foxx ist einer von ihnen, dem vorgeworfen wird, im Jahr 2015 eine Frau in einem New Yorker Lokal sexuell belästigt zu haben. Die Vorwürfe wurden von Foxx zurückgewiesen, und es wird auf eine ähnliche, 2020 abgewiesene Klage hingewiesen.
Auch Rockmusiker Axl Rose von Guns N‘ Roses steht unter Beschuldigung. Die Rockmusikerin Sheila Kennedy wirft ihm vor, sie 1989 nach einer Party vergewaltigt zu haben. Rose bestreitet die Vorwürfe vehement und behauptet, die Klägerin nie getroffen zu haben.
Die Liste der Beschuldigten ist lang, darunter Ex-Präsident Donald Trump, der New Yorker Bürgermeister Eric Adams, Comedian Russell Brand und Rap-Größe Sean „Diddy“ Combs. Insgesamt wurden etwa 2.500 Klagen im Zusammenhang mit dem „Adult Survivors Act“ eingereicht, einem Gesetz aus dem Jahr 2022, das es erwachsenen Opfern sexueller Gewalt ermöglicht, Fälle auch Jahrzehnte nach der Tat anzuzeigen. Die Frist hierfür endete am 24. November 2023.
Rechtsanwältin Mariann Wang, die mehrere Frauen vertritt, betont die Bedeutung des „Adult Survivor Acts“ und erklärt, dass die #MeToo-Bewegung dazu beigetragen hat, das Verständnis für die Zeit, die Opfer benötigen, um mit den Folgen von sexuellem Missbrauch umzugehen, zu verbessern.
Wang gibt an, dass trotz möglicher Ausweitung der Fristen und rechtlicher Neuregelungen, es immer noch schwierig sei, solche Prozesse zu gewinnen, besonders wenn die Ereignisse lange zurückliegen. Dennoch sei das Gesetz wichtig, da es Opfern die Möglichkeit gebe, selbst zu entscheiden, ob sie versuchen wollen, Gerechtigkeit zu erlangen.
Abschließend wird auf konkrete Ergebnisse eingegangen, wie den Vergleich von Rapper Sean „Diddy“ Combs mit seiner Ex-Freundin und die Verurteilung von Ex-Präsident Donald Trump in einem ersten Verfahren. Es bleibt abzuwarten, wie viele der aktuellen Klagen am Ende Bestand haben werden.
