
Internationale Ermittler haben in der Ukraine einen mutmaßlichen Hacker-Anführer und Komplizen festgenommen. Die beiden sollen für Hunderte Cyberangriffe und Erpressungen des zerschlagenen Netzwerks „Hive“ verantwortlich sein.
Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer gemeinsamen Operation von Behörden aus Deutschland, den USA, der Ukraine und anderen Ländern. Bei Durchsuchungen von 30 Grundstücken im Westen und im Zentrum der Ukraine wurden auch Beweismittel sichergestellt, darunter ein hoher sechsstelliger Betrag in Kryptowährung.
Die Festgenommenen sollen für mehrere hundert schwerste Cyberangriffe und Erpressungen verantwortlich sein, die dem Netzwerk „Hive“ zugeordnet werden. Die Gruppe war vor zehn Monaten zerschlagen worden.
Die Festnahmen sind ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität. Sie zeigen, dass die internationalen Behörden zusammenarbeiten und Cyberkriminelle zur Rechenschaft ziehen können.
Die Festgenommenen sollen unter anderem für zwei schwerwiegende Angriffe im Landkreis Esslingen und im Bodenseekreis in Baden-Württemberg sowie zwölf weitere Fälle im Bundesgebiet verantwortlich sein.
Bei einem der Beschuldigten wurde demnach ein hoher sechsstelliger Betrag in Kryptowährung sichergestellt. Erste Analysen hätten bestätigt, dass ein Teil dieser Summe aus Lösegeldzahlungen von angegriffenen Unternehmen an die „Hive“-Gruppierung stammt.
Insgesamt hatte die Hackergruppe laut Europol Unternehmen und andere Einrichtungen in 71 Ländern attackiert und rund 250 Server infiziert, was zu Verlusten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro führte.
Die Akteure nahmen demnach gezielt große Unternehmen ins Visier und lähmten deren Aktivitäten.
Bei solchen Angriffen mit sogenannter Ransomware verschlüsseln Hacker die Daten von betroffenen Unternehmen, Privatleuten oder Behörden und verlangen dann ein Lösegeld zur Freigabe der Daten. „Hive“ war dabei eine Art illegaler Dienstleister, der Hackern seine Erpressersoftware zur Verfügung stellte.
Wie Europol mitteilte, dauern die internationalen Ermittlungen zu weiteren Tatverdächtigen an.
Dieser Erfolg der internationalen Ermittler zeigt, dass Cyberkriminalität kein Kavaliersdelikt ist. Cyberkriminelle werden mit aller Härte verfolgt und zur Rechenschaft gezogen.
