Die gestiegene Terrorgefahr hat den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, dazu veranlasst, verstärkte Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten zu fordern. Angesichts von drei Festnahmen wegen möglicher Anschlagspläne spricht er sich besonders für den verstärkten Einsatz von Videoüberwachung aus.
„Videoüberwachung auf Weihnachtsmärkten ist ein hilfreiches Mittel, das intensiv unter dem Einsatz bester Technik genutzt werden sollte“, so Kopelke gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bisher sei dies aufgrund von Datenschutzbedenken nur vereinzelt umgesetzt worden. Die Sicherheitslage erfordere jedoch eine präventive Videoüberwachung.
Zusätzlich weist Kopelke darauf hin, dass die Polizei aufgrund des verstärkten Schutzes der Weihnachtsmärkte personell stark belastet sei. „Die Präsenz wird durch Umstellung der Dienstpläne, Urlaubssperren und Überstunden erzwungen“, erklärt er. Diese zusätzlichen Belastungen könnten nicht dauerhaft aufrechterhalten werden.
Auch Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), sieht die Polizei derzeit vor großen Herausforderungen. Zum einen seien Polizisten aufgrund des Gaza-Kriegs im Objektschutz jüdischer Einrichtungen tätig, und zum anderen könne die Bundespolizei aufgrund ihrer Bindung an der Grenze nicht die Weihnachtsmärkte in den Bundesländern unterstützen.
Nach den Festnahmen von zwei Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sowie einem 20-Jährigen in Helmstedt, die einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben sollen, betont der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes, Frank Hakelberg, dass die 3200 Weihnachtsmärkte in Deutschland sicher seien. Er appelliert an die Menschen, achtsam zu sein, aber keine übermäßigen Sorgen zu haben.
