Sicherheitsbedenken führen zu vorübergehender Stop der digitalen KFZ-Zulassung in Deutschland

Die geplante Digitalisierung der KFZ-Zulassung in Deutschland steht vorerst still, da Sicherheitsprobleme das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) dazu veranlasst haben, die i-KFZ-Funktion für etwa zwei Drittel der Zulassungsstellen zu sperren.

Sicherheitsmängel stoppen die Digitalisierung vorläufig

Die elektronische KFZ-Zulassung in Deutschland leidet unter erheblichen Sicherheitsproblemen, wodurch das KBA voraussichtlich zwei Dritteln der Zulassungsstellen die Möglichkeit nimmt, KFZ-Zulassungen online über i-KFZ durchzuführen. Dies berichtet die Automobilwoche unter Berufung auf das KBA.

Sowohl die Portale für Privatpersonen als auch die Großkundenschnittstelle für Unternehmen sind von dieser Entscheidung betroffen. Laut Florian Cichon, dem Vorstandsvorsitzenden des Kölner Zulassungsdienstleisters Premiumzulasser, bedeutet dies, dass fast 70 Prozent aller Behörden vorerst wieder nur papierbasierte Zulassungen und andere Aufträge bearbeiten können. Ein Sprecher des KBA bestätigte die Abschaltungen, äußerte sich jedoch nicht zur genauen Anzahl.

Nicht erfüllte Sicherheitsmindestanforderungen als Grund

Der KBA-Sprecher erklärte, dass die Systeme vieler Zulassungsstellen nicht den erforderlichen Sicherheitsmindeststandards entsprechen. Die betroffenen Landesbehörden wurden bereits seit längerem darüber informiert, welche Anpassungen erforderlich sind.

Die Entscheidung des KBA dürfte auch auf einen Hackerangriff im Oktober 2023 zurückzuführen sein, der die Computersysteme vieler Kommunen in Nordrhein-Westfalen lahmlegte, wobei auch die Onlinefahrzeugzulassungen teilweise betroffen waren.

Rückschlag für die langwierige Digitalisierung der Fahrzeugzulassung

Die seit Jahren stockende Digitalisierung der Fahrzeugzulassung in Deutschland erleidet einen weiteren Rückschlag. Autohändler und Zulassungsdienstleister müssen vorübergehend wieder den bürokratischen Weg zum Amt gehen, was laut Florian Cichon zu erheblichen Verzögerungen in der Bearbeitung führen wird.

Das bereits 2013 vom Bundesverkehrsministerium angestoßene Projekt zur digitalen Zulassung ging im September 2023 mit der Großkundenschnittstelle für Unternehmen offiziell an den Start, jedoch zeigte sich bereits hier, dass viele Zulassungsstellen noch nicht bereit oder in der Lage waren, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen.

Es bleibt unklar, wann die betroffenen Behörden die Auflagen des KBA erfüllen und den Onlinebetrieb wieder aufnehmen können. Die holprige Einführung der digitalen Fahrzeugzulassung in Deutschland wird sich durch die aktuellen Probleme voraussichtlich weiter verzögern.

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