Die Smart eID, eine vielversprechende Initiative zur Digitalisierung des Alltags, hat einen herben Rückschlag erlitten. Ursprünglich als wegweisender Schritt für die Integration des Personalausweises auf dem Smartphone geplant, wird das Projekt nun aufgrund von Finanzmängeln gestoppt.
Pilotbetrieb vorzeitig beendet
Seit dem Frühjahr 2022 durchlief die Smart eID einen Pilotbetrieb, der heute überraschend vorzeitig beendet wurde. Trotz einer Investition von fast 90 Millionen Euro in die Entwicklung des Systems und weiteren 30 Millionen Euro für den offiziellen Start im nächsten Jahr, müssen die Pläne nun auf Eis gelegt werden, wie der Tagesspiegel berichtet.
Die Bundesregierung, insbesondere das Bundesinnenministerium (BMI), steht vor erheblichen Haushaltsproblemen, die zu drastischen Kürzungen an verschiedenen Stellen führen. Das geplante Schreiben des BMI, das heute verschickt wird, bestätigt das Aus für die Smart eID.
Rückgabe der Testkarten angeordnet
Während des Pilotbetriebs verwendeten ausgewählte Tester spezielle Testkarten anstelle echter Personalausweise. Das BMI bittet nun diese Tester, die Karten an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zurückzuschicken. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass weitere Informationen über den Fortgang des Projekts auf dem Personalausweisportal bereitgestellt werden.
Auf unbestimmte Zeit verschoben
Obwohl das Projekt vorerst gestoppt ist, scheint es nicht gänzlich aufgegeben zu sein. Die Smart eID wird scheinbar in eine Art „künstliches Koma“ versetzt, bis ausreichende finanzielle Mittel für einen erfolgreichen Start vorhanden sind. Doch wann dies der Fall sein wird, bleibt vorerst unklar.
Die Vision der Smart eID
Die Smart eID sollte die elektronischen Dienste des Personalausweises auf dem Smartphone integrieren. Hierbei wären die Ausweisinformationen in speziellen Sicherheitschips gespeichert worden, die in vielen hochwertigen Geräten, darunter Samsung, bereits enthalten sind. Dies hätte die Verwendung der NFC-Schnittstelle ermöglicht, anstatt den physischen Ausweis in ein Lesegerät stecken zu müssen. Zudem wäre diese Technologie auch für die Authentifizierung bei Online-Diensten zum Einsatz gekommen.
Zusammenfassung:
- Die Smart eID als wegweisender Schritt zur Digitalisierung geplant.
- Der Rollout wird aufgrund von Finanzmängeln gestoppt, obwohl bereits 90 Millionen Euro in die Pilotphase investiert wurden und weitere 30 Millionen Euro fehlen.
- Das BMI bestätigt den Projektstopp aufgrund von Haushaltsproblemen.
- Testteilnehmer werden gebeten, ihre Karten an das BSI zurückzugeben.
- Das Projekt befindet sich vorerst in einer Warteschleife, und der weitere Fortgang ist ungewiss.
- Die Smart eID sollte die Personalausweisdaten auf das Smartphone bringen, um die Nutzung elektronischer Dienste zu erleichtern.
