Geheimdienste sammeln Daten aus Push-Benachrichtigungen von Android und iPhone, so die jüngsten Enthüllungen. Doch der verschlüsselte Messenger Signal scheint in dieser Hinsicht eine Ausnahme zu sein. In einem Beitrag hebt Signal-President Meredith Whittaker die besondere Vorgehensweise der App hervor, die es Spionen erschwert, Inhalte oder Metadaten abzugreifen.
Die Push-Benachrichtigungen von Signal unterscheiden sich grundlegend von denen anderer Smartphone-Apps. Laut Whittaker sind sie lediglich ein „Ping“, der der App mitteilt, aufzuwachen. Anders als bei den meisten Apps werden Benachrichtigungen ausschließlich auf dem Gerät verarbeitet und geben keine Informationen darüber preis, wer eine Nachricht gesendet oder einen Anruf getätigt hat.
Die Enthüllung über die heimliche Datensammlung von Geheimdiensten erfolgte durch US-Senator Ron Wyden. Diese Dienste ernten Daten direkt an den Servern von Apple und Google. Doch Nutzer:innen des spendenfinanzierten Signal Messengers bleiben von solcher Datensammlung verschont, außer dass sie Signal nutzen und eine Benachrichtigung erhalten haben.
Whittaker erklärt, dass die Nutzung der Server von Apple und Google für Signal durch die Besonderheiten der Betriebssysteme bedingt ist. Bei iOS sei keine andere Form der Push-Nachricht möglich, während es bei Android zwar technisch möglich wäre, ohne Google-Server auszukommen. Allerdings sei das alternative Verfahren für den Akku des Geräts zu belastend. Signal hat für eine kleine Anzahl von Android-Nutzern ohne Google-Software-Libraries eine alternative, aber stromintensive Option implementiert.
Die Signal-Stiftung betont, trotz der Notwendigkeit, die Server von großen Tech-Konzernen zu nutzen, unternehme das Team alles in seiner Macht Stehende, um die Privatsphäre der Anwender zu schützen. Dieser Schutz ist jedoch kostspielig und beläuft sich auf etwa eine Million US-Dollar pro Woche, wie im November offen gelegt wurde.
Die Offenlegung der Betriebskosten dient nicht nur dazu, Spendengelder zu generieren, sondern auch als Warnung an andere Messenger. Diejenigen, die weder durch Gebühren noch Spenden finanziert sind, müssen ihre Kosten anders decken, oft durch die direkte Verwertung von Nutzerdaten oder die Bindung der User an Netzwerke mit ähnlichen Überwachungs-Geschäftsmodellen.
