AfD und Potsdamer Treffen: Neue Enthüllungen belasten Parteispitze

Die Affäre um das sogenannte „Potsdamer Treffen“ von Rechtsextremisten und AfD-Mitgliedern nimmt weiter Fahrt auf. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) zeigt sich nun, dass die Verbindungen zwischen der AfD und dem Treffen enger sind als bisher bekannt.

Bisheriger Stand: An dem Treffen in der Villa „Landhaus Adlon“ nahmen unter anderem ein AfD-Landtagsabgeordneter, ein AfD-Bundestagsabgeordneter sowie Roland Hartwig, persönlicher Mitarbeiter von AfD-Chefin Alice Weidel, teil. Nun zeigt sich, dass auch Arne Friedrich Mörig, Sohn des Veranstalters Gernot Mörig, anwesend war. Er soll laut den Recherchen direkt aus Mitteln des AfD-Bundesvorstands bezahlt worden sein, aus dem persönlichen Budget von Alice Weidel.

Arne Friedrich Mörig präsentierte beim Treffen Pläne zur Gründung einer neurechten Social-Media-Agentur. Der Verdacht liegt nahe, dass er diese Pläne dem AfD-Bundesvorstand vorstellte. Der Vertrag mit Mörig wurde nach Bekanntwerden der Recherchen von Correctiv offenbar gekündigt.

Besonders brisant ist die Verbindung zu Thomas Grebien, dem Schwager des Treffen-Organisators Gernot Mörig. Grebien ist Mitglied im AfD-Kreisvorstand in Plön (Schleswig-Holstein). In der Vergangenheit gründete er die 2009 verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) mit, die auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD steht. Diese Verbindung könnte die AfD erneut in eine unangenehme Situation bringen.

Die Parteispitze der AfD versuchte bisher, das Treffen als „privat“ darzustellen und distanzierte sich von den Inhalten. Die neuen Enthüllungen belasten jedoch die Glaubwürdigkeit dieser Darstellung, insbesondere da es Hinweise gibt, dass auch Parteichef Tino Chrupalla in der Vergangenheit an ähnlichen Treffen teilgenommen haben soll.

Die Enthüllungen könnten die Debatte über ein mögliches AfD-Verbot weiter verschärfen, da beim Potsdamer Treffen Fantasien über Abschiebungen von „nicht assimilierten Deutschen“ und ein sogenannter „Masterplan“ besprochen wurden. Die AfD und ihre Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen geraten damit zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit.

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