GamerGate 2.0: Wenn Hass zum Geschäft wird

In den vergangenen Monaten geriet die Streamerin Shurjoka, bürgerlich Pia Scholz, ins Zentrum einer Kontroverse, die an die Gamergate-Bewegung aus dem Jahr 2014 erinnert. Die Auseinandersetzung wurde durch ihre Kritik am Spiel „Hogwarts Legacy“ und die damit verbundene transfeindliche Haltung der Autorin Joanne K. Rowling ausgelöst. Allerdings geht es nicht nur um die Meinungsverschiedenheiten zu einem Videospiel, sondern auch um Hass, Privilegien und nicht zuletzt um Geld.

Angriff auf Shurjoka

Shurjoka wurde von einem Netzwerk männlicher YouTuber und deren Community ins Visier genommen, nachdem sie dazu aufgerufen hatte, „Hogwarts Legacy“ zu boykottieren. Dieser Aufruf brachte sie in den Fokus rechter YouTuber, die in ihren Angriffen und Kampagnen an die Gamergate-Bewegung erinnern.

Parallelen zu GamerGate 1.0

Die Angriffe auf Shurjoka erinnern an die sogenannte GamerGate-Kontroverse von 2014. Damals richtete sich eine Hetzkampagne gegen Frauen, die sexistische Darstellungen in Videospielen kritisierten. Die Bewegung behauptete, für Transparenz und Ethik in der Spielejournalismus-Branche einzutreten, führte jedoch zu massiven Belästigungen und Morddrohungen gegen Frauen in der Spieleindustrie.

Methoden des Angriffs

Die Taktiken, die gegen Shurjoka eingesetzt werden, ähneln denen von GamerGate. Dogpiling, Flaming, Doxing und die Täter-Opfer-Umkehr (DARVO) sind gängige Methoden, die darauf abzielen, das Opfer zu belästigen und mundtot zu machen. Diese Methoden werden größtenteils von Männern angewendet, und die Angriffe dienen oft dazu, die Vorherrschaft in der Gaming-Community zu verteidigen.

Die Rolle männlicher Streamer

Bekannte YouTuber wie KuchenTV und MontanaBlack spielen eine maßgebliche Rolle in der Kampagne gegen Shurjoka. Deren Videos, die als Kritik getarnt sind, generieren Aufmerksamkeit und Einnahmen. Einige dieser Streamer verwenden frauenfeindliche Äußerungen und gewaltverherrlichende Witze, was die Belästigungen gegen Shurjoka weiter verschärft.

Geld durch Hass

Die Motive der angreifenden Streamer sind nicht immer klar, aber es scheint auch um finanzielle Interessen zu gehen. KuchenTV gibt offen zu, dass er durch die Aufmerksamkeit und Kontroversen Geld verdient. MontanaBlack betont ebenfalls, mit seinen Videos zu Shurjoka „gutes Geld“ zu verdienen.

Gewinner und Verlierer

Die Plattformen, insbesondere YouTube, profitieren von der Kontroverse, indem sie Anzeigen platzieren können, wenn viele Menschen aufgrund von Drama und Streitigkeiten auf die Plattform gelockt werden. Shurjoka hingegen ist nicht nur Opfer von Hass, sondern auch ökonomisch gesehen die Verliererin, da ihre Aufrufzahlen und Einnahmen gesunken sind.

Schlussfolgerung und Ausblick

Um ähnliche Kontroversen zu vermeiden, sollten Plattformen ihre Richtlinien konsequenter durchsetzen und Streamern, die gegen diese Richtlinien verstoßen, die Möglichkeit entziehen, mit ihren Videos Geld zu verdienen. Dies könnte dazu beitragen, dass Hassattacken nicht länger monetär belohnt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Gaming-Community aus vergangenen Vorfällen lernt und sich für eine inklusivere und sicherere Umgebung einsetzt.

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